Schmeckt nicht, gibt´s nicht: Wür­mer als Lebens­mit­tel zugelassen

Das darf es jetzt auch in der EU auf den Tisch © Axel Bueckert / iStock / Getty Images

Die EU hat gel­be Mehl­wür­mer als ers­te Insek­ten offi­zi­ell zum Ver­zehr frei­ge­ge­ben. Das ist gut, das kann ich nur begrü­ßen. Auch wenn ich ehr­lich gera­de nicht dar­auf war­te, dass Mehl­wür­mer auf mei­nen Tel­ler liegen…

Aus gesund­heit­li­cher und öko­lo­gi­scher Per­spek­ti­ve schnei­den die Insek­ten aber frag­los gut ab. Die Tie­re gel­ten als beson­ders nach­hal­ti­ge Eiweiß­quel­le. Daher wird es wahr­schein­lich nicht bei der Zulas­sung der Mehl­wür­mer blei­ben. Bei der EU lie­gen bereits Anträ­ge für ver­schie­de­ne Gril­len­ar­ten, Wan­der­heu­schre­cken und soge­nann­te Buf­fa­lo­wür­mer vor.

Insek­ten sind gesund und umweltfreundlich

Man­che Insek­ten­ar­ten bestehen bis zu 80 Pro­zent aus Pro­te­inen, ande­re ent­hal­ten vie­le Mikro­nähr­stof­fe, wie Vit­ami­ne und Eisen. Das ist gesund. Und weil Insek­ten deut­lich weni­ger Was­ser, Land und Fut­ter ver­brau­chen, ist ihre Auf­zucht deut­lich weni­ger kli­ma­schäd­lich als die übli­chen Nutz­tie­re wie Kuh, Schwein, Schaf oder Huhn.

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Frag­los kön­nen Insek­ten zu einem wich­ti­gen Nah­rungs­mit­tel der Ernäh­rungs­wen­de wer­den. Für knapp ein Drit­tel der Welt­be­völ­ke­rung gehö­ren Insek­ten tra­di­tio­nell zum fes­ten Bestand­teil des Spei­se­plans. In Thai­land etwa wer­den zum Bei­spiel jähr­lich 7500 Ton­nen Heu­schre­cken in 20.000 Klein­far­men für den Ver­kauf auf loka­len Märk­ten oder zur Selbst­ver­sor­gung pro­du­ziert. Das Markt­vo­lu­men für ess­ba­re Insek­ten wächst aber welt­weit. In Euro­pa soll der Umsatz bis zum Jahr 2023 auf mehr als 200 Mil­lio­nen Euro steigen.

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In unse­rem Kul­tur­kreis ste­hen wir dem Ver­zehr von Insek­ten aber natür­lich noch skep­tisch gegen­über. Ein reprä­sen­ta­ti­ve Umfra­ge zeig­te, dass immer­hin knapp ein Drit­tel der Befrag­ten bereit wären, Insek­ten zu probieren.

Insek­ten essen?

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 Lade… …

Aber natür­lich gibt es bei vie­len Men­schen eine Ekel­schwel­le. So wer­den wohl eher Pro­duk­te aus Insek­ten­mehl (wie Nudeln oder Pro­te­in­rie­gel) eine Chan­ce auf dem euro­päi­schen Markt haben. Und weni­ger Lecke­rei­en, bei denen noch Augen, Füh­ler und Bein­chen erkenn­bar sind.

 

Ernährung. Landwirtschaft. Artenvielfalt. Alles Themen, die mich umtreiben. Mich beruflich und privat beschäftigen. Die Spaß machen. Seit 2005 für den WWF. Seit 2007 als lang angelegter Versuch in unserer vierköpfigen Familie – als Fischkopf aus dem Norden kommend, die zweite Hälfte vom Äquator. Woher kommt unser Essen? Auch bei uns ein ganz private Frage. Und ein Dazulernen ohne Ende.
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