5 Tipps, was Du gegen Ent­wal­dung tun kannst

Entwaldung liegt (auch) an unserem Konsum © DZMITRY PALUBIATKA/iStock/Getty Images

Auch wir in Euro­pa befeu­ern die glo­ba­le Ent­wal­dung. Die EU gehört zu den größ­ten Impor­teu­ren von Pro­duk­ten, für die Wäl­der abge­holzt wer­den, wie Fleisch, Soja und Palm­öl. Ver­steckt als Inhalts­stof­fe in Wurst, Kek­sen, Piz­za und Eiern, lan­den die­se Pro­duk­te dann bei uns iSuper­markt. Und wir grei­fen zu. Viel­leicht sogar ohne zu wis­sen, dass dafür woan­ders Regen­wald zer­stört wur­de.  

Wald zu schüt­zen fängt also beim Ein­kauf an. Wenn Du Dich an die­se 5 Tipps hältst, trägt dein Kon­sum viel weni­ger zum Pro­blem bei.  

1) Bewusst­sein: Kon­sum hin­ter­fra­gen 

Was haben Tüten­sup­pen, Kek­se, Eis, Mar­ga­ri­ne, Piz­za, Chips und Süßig­kei­ten gemein­sam? In (fast) allen steckt Palm­öl. Um die Palm­öl-Pro­ble­ma­tik wis­sen vie­le: Regen­wäl­der in Süd­ost­asi­en wer­den abge­holzt, Men­schen und Tie­re wie Orang-Utans ver­lie­ren ihre Hei­mat. Denn die Nach­fra­ge nach Palm­öl steigt glo­bal enorm. Und so hat sich der Anbau seit 1990 welt­weit ver­dop­pelt, in Indo­ne­si­en sogar ver­zehn­facht.  

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Palm­öl fin­det sich heu­te in rund jedem zwei­ten Super­marktpro­dukt und so schwer ist es auch Palm­öl zu ver­mei­den. Der ers­te Schritt ist klar: Hin­ter­fra­gen! Braucht es immer das beque­me Fer­tig­pro­dukt oder kann ich auch etwas selbst machen. Klar, Auf­striche und Toma­ten­so­ße selbst her­stel­len ist eher für Fort­ge­schrit­te­ne, aber Piz­za und Kek­se selbst zu backen, macht nicht nur Spaß, son­dern ist in der Regel auch gesün­der.  

In der Kurz­form: Aus fri­schem Obst und Gemü­se sowie Getrei­de aus hei­mi­schem Bio-Anbau las­sen sich vie­le lecke­re Sachen zau­bern. Nehmt euch also lie­ber etwas mehr Zeit fürs Kochen und schmeißt die Tüten­sup­pe aus dem Regal!

2) Ein­kau­fen: Nach­hal­tig­keit statt Boykott 

Palm­öl kom­plett zu boy­kot­tie­ren, ist übri­gens nicht sinn­vollDurch den schlech­ten Ruf von Palm­öl wur­de es in vie­len Pro­duk­ten durch ande­re Öle ersetzt, zum Bei­spiel fin­det sich im Eis neun­mal häu­fi­ger Kokos­öl als Palm­öl.  

Doch Palm­öl ist ertrag­rei­cher als jede ande­re Pflan­ze, aus der Öl gewon­nen wer­den kann. Wird Palm­öl durch ande­re Öle wie Kokos­öl ersetzt, steigt der Flä­chen­ver­brauch wei­ter und ver­schlim­mert mit­un­ter die Umweltprobleme. 

Auch hei­mi­sche Öle brin­gen nicht immer die Lösung: Um Palm­öl bei­spiels­wei­se durch Raps zu erset­zen, bräuch­ten wir 730.000 Hekt­ar mehr Flä­che. Das ist allein 40 Pro­zent unse­rer kom­plet­ten Anbau­flä­che in Deutschland!  

Statt eines Palm­öl-Boy­kotts ist es sinn­vol­ler Fer­tig­ge­rich­te, Piz­za und Co.  zu ver­mei­den. Und bei Palm­öl auf Nach­hal­tig­keits­sie­gel wie Bio und RSPO zu achten.

Krass: Soja wird zu 80 Pro­zent zu Tier­fut­ter ver­ar­bei­tet © shironosov/iStock/Getty Images

3) Fleisch: Zurück zum Sonn­tags­bra­ten 

Um ein Viel­fa­ches schlim­mer als die Palm­öl-Pro­ble­ma­tik ist Soja. Wäh­rend Palm­öl auf 19 Mil­lio­nen Hekt­ar welt­weit ange­baut wird, beträgt die glo­ba­le Anbau­flä­che von Soja 125 Mil­lio­nen Hektar. Das ist drei­mal so groß wie Deutsch­land! 

Bevor ihr anfangt, Tofu, Tem­peh und Soja­drink aus dem Kühl­schrank zu wer­fen: Es geht nicht um das Soja für Soja­pro­duk­te, denn das wird häu­fig in Euro­pa und oft in Bio-Qua­li­tät ange­baut.  

Soja wird zu 80 Pro­zent zu Tier­fut­ter ver­ar­bei­tet. Soja aus Latein­ame­ri­ka, für das wert­vol­le Regen­wäl­der wie der Ama­zo­nas zer­stört wer­den, lan­det zu nahe­zu kom­plett in Fut­ter­trö­gen. Auch bei uns in Deutsch­land. Das meis­te lan­det im Fut­ter für Geflü­gel, dicht gefolgt von Schwei­nen, aber auch Kühe erhal­ten beson­ders in kon­ven­tio­nel­ler Hal­tung zum Teil Soja als Fut­ter.   

Wich­tig ist daher: Weni­ger Fleisch und ande­re tie­ri­sche Pro­duk­te wie Eier kon­su­mie­ren. Am bes­ten zurück zum Sonn­tags­bra­ten, also Fleisch nur ein­mal die Woche. Das ist gesund für Dich, den Wald, die Welt.

4) Kaf­fee, Kakao und das rech­te Maß 

Kei­ne Sor­ge! Es gibt für Kaf­fee­trin­ker und Scho­ko­ho­lics kei­nen Grund in Panik zu ver­fal­len. Die Ent­war­nung gleich vor­weg: Wenn man auf nach­hal­ti­ge Sie­gel ach­tet, muss man auf sein Las­ter kei­nes­wegs verzichten.

Aber wich­tig ist: Auch für Kaf­fee und Kakao muss durch­aus (Ur-)Wald wei­chen. Allein der deut­sche Markt braucht für Kakao, Kaf­fee und Tee zusam­men über eine Mil­li­on Hekt­ar Anbau­flä­che. Beson­ders dras­tisch pas­sier­te das in West­afri­ka: In der Elfen­bein­küs­te wur­den in eini­gen Regio­nen rund 90 Pro­zent der Wäl­der abge­holzt und durch Kakao­plan­ta­gen ersetzt. 

Wie immer: Alles in Maßen. Und vor allem auf nach­hal­ti­gen Anbau und fai­ren Han­del ach­ten, also auf die Sie­gel von Bio, Rain­fo­rest Alli­an­ce und Fairtra­de. Damit weder Umwelt noch Men­schen unter unse­ren dun­kel-süßen Sün­den lei­den. 

Wich­tig gegen die Ent­wal­dung: Unser Ein­satz für ent­wal­dungs­freie Lie­fer­ket­ten — wie hier auf die­ser Demo © Halfpoint/iStock/Getty Images

5) Die EU in Bewe­gung brin­gen mit die­ser Peti­ti­on! 

Es ist ein Weg, im Super­markt zum „rich­ti­gen“ Pro­dukt zu grei­fen und den Unter­neh­men so zu zei­gen, dass ihr kei­ne Wald­zer­stö­rung auf eurem Tel­ler wollt! Einen Schritt wei­ter geht ihr, wenn ihr euch dafür einsetzt, dass erst gar kei­ne Pro­duk­te im Super­markt lan­den, in denen Wald­zer­stö­rung steckt. Das klingt nach einer Lebens­auf­ga­be – ist es aber nicht

Dei­ne Stim­me für ein ent­wal­dungs­frei­es Lie­fer­ket­ten­ge­setz! Kei­ne Ent­wal­dung auf unse­ren Tel­lern! Danke!

 

Ihr könnt euch mit nur weni­gen Klicks für den Schutz der Wäl­der ein­set­zen. Schickt der EU-Kom­mis­si­on eure kla­re Bot­schaft: Kei­ne Pro­duk­te, für die Tro­pen­wäl­der zer­stört wur­den in unse­ren Supermärkten! 

Zusam­men mit tau­sen­den Men­schen aus ganz Euro­pa haben wir aktu­ell die ein­ma­li­ge Chan­ce der Poli­tik in Brüs­sel zu sagen: Wir brau­chen ein Gesetz, das wald­zer­stö­re­ri­sche Pro­duk­te auf dem euro­päischen Markt ver­hin­dert. Macht hier in weni­gen Minu­ten mit und for­dert mit dem Bünd­nis #Together4Forests einen Ent­wal­dungs­stopp! 

Durch und durch Naturliebhaberin und stets draußen unterwegs, ob beim Beachvolleyball oder Wassersport, beim Fotografieren oder Geocachen. Studierte Journalistin und VJ, nun im Dienste des Pandas und somit auch offiziell Umweltschützerin.

Kommentare (3)

  • Es wird immer unverantwortlicher, wie WIR alle mit diesem unseren einmalig schönen Planeten umgehen!!! Ein Mindestmaß ist uns allen zum Glück möglich - tun wir's doch!!!

  • Wenn ich etwas "Falsches" gekauft habe, werfe ich es nicht weg, ich brauche es auf. Das Wegwerfen ändert nichts. Aber ich kaufe es nicht mehr wieder.

  • Mahatma Gandhi (1869- 1948), indischer Staatsmann sagte:

    Die Erde bietet genug , um jedermanns Bedürfnisse zu befriedigen, aber nicht jedermanns Gier.

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