Seaspi­ra­cy – war­um man den Film sehen sollte

Der Film Seaspiracy stellt die richtigen Fragen © Ali Tabrizi

Der Net­flix-Film Seaspi­ra­cy stellt die rich­ti­gen Fra­gen — nur bei den Ant­wor­ten bin ich nicht ganz einverstanden. 

Inzwi­schen ist der Film einer der Top 10 gese­he­nen Fil­me auf Net­flix welt­weit und wird in vie­len Foren heiß dis­ku­tiert. „Seaspi­ra­cy: Wie der Mensch die Mee­re zer­stört“. Ich fin­de den Doku­men­tar­film emp­feh­lens­wert. Es freut mich sehr, dass Doku­men­tar- und Natur­fil­me über die Ozea­ne einen so gro­ßen Zuspruch haben. Die Mee­re sind in einer Kri­se und brau­chen mehr Auf­merk­sam­keit (und weni­ger mensch­li­chen Druck).

Ja, Seaspi­ra­cy ist ein wich­ti­ger Film © Netflix

Seaspi­ra­cy ist ein sehr emo­tio­nal mit­rei­ßen­der Film. Mit vie­len scho­ckie­ren­den Bil­dern, die ein sehr düs­te­res Bild zeich­nen. Die Filmemacher*innen Ali and Lucy Tabri­zi haben die größ­ten Bedro­hun­gen für die Mee­re und die von ihnen abhän­gi­gen Men­schen her­aus­ge­ar­bei­tet. Über­fi­schung, Ille­ga­le Fische­rei, destruk­ti­ve Fische­r­ei­me­tho­den, feh­len­de staat­li­che Kon­trol­len, schäd­li­che Sub­ven­tio­nen, Über­dün­gung, Ver­schmut­zung, unge­woll­ter Bei­fang und unmensch­li­che Arbeits­be­din­gun­gen. The­men, an denen wir beim WWF arbeiten.

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Ich bin aber nicht damit ein­ver­stan­den, dass im Film teil­wei­se unwis­sen­schaft­li­che Zah­len auf­tau­chen. Ein paar Bei­spie­le: Es ist falsch, dass es 2048 kei­nen Fisch mehr geben wird. Der welt­wei­te Kabel­jau­be­stand ist nicht um 86 Pro­zent zurück­ge­gan­gen. Blau­f­los­s­enthun­fisch kos­tet nicht per se hun­dert­tau­sen­de Dol­lar pro Fisch. Ich brau­che das nicht. Die wis­sen­schaft­li­chen Zah­len sind scho­ckie­rend genug.

Es ist nicht so einfach

Es ist wie über­all in der moder­nen Welt. Die Situa­ti­on der Mee­re und ihrer Nut­zung ist sehr kom­plex und viel­schich­tig. Und es gibt sel­ten ein­fa­che Lösun­gen. Die in Seaspi­ra­cy vor­ge­schla­ge­ne Lösung „esst (ein­fach) kei­nen Fisch mehr“ gehört lei­der dazu. Ob man Fisch essen oder sich lie­ber vegan ernäh­ren will, die­se Wahl haben sehr Vie­le nicht. Fisch deckt den täg­li­chen Pro­te­in­be­darf von drei Mil­li­ar­den Men­schen welt­weit. Fische und Mee­res­früch­te sind vor allem in Län­dern wie Ban­gla­desch, Kam­bo­dscha und Sri Lan­ka eine wich­ti­ge und erschwing­li­che Pro­te­in­quel­le. Zugleich sichern Fische­rei und Aqua­kul­tur das Ein­kom­men von 800 Mil­lio­nen Menschen.

Fisch­ver­zicht ist gut. Aber die Mee­re brau­chen mehr.

Bit­te ver­ste­he mich nicht falsch. Es ist defi­ni­tiv der rich­ti­ge per­sön­li­che Schritt, den Fisch- und Fleisch­kon­sum soweit wie mög­lich zu redu­zie­ren. Oder ganz damit auf­zu­hö­ren. Ja, wir in Indus­trie­staa­ten haben die Wahl und kön­nen uns vege­ta­risch oder vegan ernäh­ren, um Meer und Kli­ma zu schüt­zen. Fische­rei wird es aber auch unab­hän­gig von Dir und mir in Zukunft geben. Für die Welt­ernäh­rung sind Fische und Mee­res­früch­te eben ein wich­ti­ger Bau­stein. Wir müs­sen es aber schaf­fen, Zucht und Fische­rei­en so hin­zu­krie­gen, dass die Mee­re in ihrer unglaub­li­chen Schön­heit und Diver­si­tät erhal­ten blei­ben. Zum Bei­spiel hat der Ver­zehr von Karp­fen, gezüch­te­ten Muscheln oder Algen nur einen sehr gerin­gen öko­lo­gi­schen Fußabdruck.

Isst Du (noch) Fisch?

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Der Film hat aber völ­lig Recht: Wirk­lich nach­hal­ti­ge Fische­rei und gutes Manage­ment gibt es bis­her viel zu weni­ge. Selbst der Mari­ne Ste­wardship Coun­cil (MSC), der ja vom WWF mit­be­grün­det wur­de um nach­hal­ti­ge Fische­rei­en zu för­dern, benö­tigt grund­le­gen­de Refor­men, um sei­ner Auf­ga­be gerecht zu wer­den. Bis dahin ist der MSC für mei­ne Kol­le­gen und mich der Min­dest­stan­dard für Wild­fisch. Die­se Min­dest­stan­dards lie­gen zwar über den gesetz­li­chen Vor­ga­ben. Die Anfor­de­run­gen an eine nach­hal­ti­ge Erzeu­gung sind aus Natur­schutz­sicht jedoch höher

Wir dür­fen nicht so weitermachen

Die Fische­rei ist die Haupt­be­dro­hung der Bio­di­ver­si­tät und des Lebens in den Mee­ren. Kli­ma­kri­se, Über­dün­gung und Ver­schmut­zung kom­men noch dazu. Wenn wir wei­ter wie bis­her machen, dann haben die Mee­re (und wir) mit noch mehr gra­vie­ren­den Pro­ble­men zu kämp­fen. Wir brau­chen einen leben­di­gen Oze­an für unser eige­nes Überleben.

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Ein Wan­del ist daher drin­gend not­wen­dig. In der Poli­tik, wie zum Bei­spiel bei der Ein­rich­tung mari­ner Schutz­ge­bie­te oder der Kon­trol­le der Fische­rei. Aber auch im per­sön­li­chen Konsumverhalten.

Chan­ge is com­ing whe­ther you like it or not. Wir haben es in der Hand einen Wan­del zum Guten zu errei­chen. Hier kann der Film hel­fen. Ich kann nur emp­feh­len ihn sich anzuschauen.

 

 

Ich liebe die Ozeane und die Unterwasserwelt und verbringe möglichst viel Zeit im und am Meer. Meine Arbeit als Meeresbiologe und als Forschungstaucher hilft mir diesen Wunsch zu realisieren. Leider verbringe ich gerade zuviel Zeit vor meinem Computer in Hamburg. Seit 2012 arbeite ich für den WWF, da ich bei meinen Reisen und bei meiner Arbeit feststellen musste, dass das Meer nicht unerschöpflich ist und man selbst an den abgelegensten Stränden dieser Erde die Spuren der Menschen entdeckt. Meistens in Form von Plastikmüll, zerstörten Riffen und dem Fehlen von Großfischen. Ich hoffe, dass durch meine Arbeit unsere Fußabdrücke etwas kleiner werden.

Kommentare (49)

  • Hat sich da jmd angegriffen gefühlt? Der Film fordert mit nichten das kein Mensch der Welt keinen Fisch mehr essen soll. Er fordert das Naturschutzverbände wie der WWF das fordern. Wie du korrekt ja auch schreibst, ist Fisch für uns in der EU, Japan, oder den USA wirklich nicht überlebenswichtig und eher Luxuskonsumgut.

    Der Film macht sogar explizit den Punkt das lokale Fischer von kleinen Dörfern auf die Fischerei angewiesen wären, die Industriefischer aber die Bestände wegfischen und deswegen arme Regionen keine gesicherte Nahrungsquelle haben.

    Das man sich beim WWF hier nun hinter "aber die Arbeitsplätze!" versteckt, finde ich auch schwach. Das sind die Argumente die ich von der Kohlelobby und Co gewohnt bin, nicht aber vom WWF.

    • Ich stimme den Aussagen im Film vollkommen zu, dass a) kommerzielle Fischfang die größte Bedrohung der Biodiversität in den Meeren ist, b) wir dringend große fischereifreie Meeresschutzgebiete brauchen und c) es hilfreich ist, wenn wir unseren persönlichen Fischkonsum reduzieren oder ganz auf Fisch verzichten. Aber ich glaube daran, dass es so etwas wie nachhaltige Fischerei gibt - wenn man auf die Wissenschaft hört, für eine sozial gerechte Aufteilung sorgt, gutes und partizipatives Fischereimanagement einführt und ausreichend die Regeln überwacht. Fischerei ist in vielen Küstenregionen kulturell tief verwurzelt, es geht hier nicht einfach nur um Arbeitsplätze. Und natürlich ist es ein Unrecht, wenn eine ausländische Industriefischerei mit Supertrawlern lokalen Fischern ihre Nahrungsgrundlage wegfischt. Nur leider ist die Situation meistens viel komplexer wie z.B. die Situation im Mittelmeer zeigt.

      • Bevor ich die Doku gesehen habe, hatte ich das Thema gar nicht auf dem Schirm. Auch dein Beitrag bestätigt den Film doch zu 100%, auch wenn du vielleicht ein paar „Zahlen“ kritisierst.
        Der Kern des Films und genau da entsteht ja die Kritik, dass viele Organisationen „industrielle Fischerei“ ausblenden, ist ja tatsächlich wahr - zumindest war dies bisher nicht für mich sichtbar.

      • Huhu Philipp, was mir beim Lesen Deiner Zeilen aufgefallen ist:
        Die Doku richtet sich doch ganz klar an einen bestimmten Personenkreis. Dieser Personenkreis ist im Zweifel eine Bubble in der Bubble. Und diese Bubble sollte verdammt nochmal (Sorry) aufhören Tiere zu essen!!! Und im Zweifel wird der:die Farmer:in in Bangladesh in den Sundarbans diese Doku gar nicht sehen (ich war kürzlich vor Ort). Daher nehme ich Deinen Beitrag als wenig hilfreich war, da er sich an die BUbble in der Bubble wendet und dieser noch das Gefühl mit gibt "Ist schon ok, wenn ich weiter Tiere futtere." Irgendwie macht das meinen Weltschmerz noch größer. Das finde ich schade.
        Dieser Film ist in jedem Fall geeignet, Menschen (wohl vornehmlich im globalen Norden) aus die Missstände hinzuweisen und jene, die sich noch gar nicht oder nur ein wenig damit befasst haben, verständlich an die Thematik heran zu führen. Soweit ich es verstehe, soll die Doku ja auch nicht den Anspruch eines wissenschaftlichen Berichts erfüllen, sondern die Thematik in der Art aufbereiten, dass möglichst viele es verstehen und dann agieren und vielleicht sogar einige Gewohnheiten ändern. Das wäre famos!
        P.S.: Ich habe noch eine Verständnisfrage: wie genau meinst Du den Satz "ich glaube daran, dass es nachhaltige Fischerei gibt." Das ist im Film derart geschildert, dass es das faktisch nicht gibt. Meinst Du, dass Du die Hoffnung daran nicht aufgeben möchtest? Oder wie genau meinst Du es?

        • Hallo Esthi, wie gesagt finde ich den Film empfehlenswert und es ist toll, wie viele Diskussionen der Film bereits angestoßen hat und wieviele Menschen durch ihn auf die Missstände in/auf den Meeren aufmerksam geworden sind. Aus meiner Sicht sind Filterblasen sind aber selten hilfreich, Probleme ganzheitlich anzugehen. Dieser Blog hier beschreibt das ganz gut: https://medium.com/@kaelynmaehara/seaspiracy-why-as-an-asian-ocean-activist-it-was-so-harmful-e3813fe58ceb

          Ich finde zum Beispiel die Genossenschaft der Thunfischfischer auf El Hierro / Kanaren sozial und ökologisch nachhaltig. Solche positiven Beispiele gibt es weltweit einige (aber leider immer noch viel, viel zu selten).

        • Ich empfehle einen Angelschein. Ist günstiger und man muss sich nicht über die Herkunft seiner Mahlzeit Gedanken machen.

    • Leute ihr vergesst das die Menschheit immer mehr wird.
      Es sind einfach zu viele Münder zu stopfen.
      Man sollte global auf der ganzen Welt eine 1 Kinder Politik machen. So wie es in China war. Denn dann nimmt die Bevölkerungszahl der Menschheit ab.
      Ich finde es auch komisch das ich in 3 Welt Länder Essen bringe statt dort den Menschen zu erklären das es mit einem Kind reicht. Natürlich muss die Politik dort mit spielen und eine Altersvorsorge machen. Aber da kaufen wir lieber Waffen. Und wir füttern…
      Es hilft nicht, das wir alle Gemüse essen, wir müssen weniger werden.

      • 1 Kind Politik hat auch sehr starke Nachteile. Informier dich darüber :).

  • Sich an den wenigen Zahlen aufzuhängen, die nicht zu 100% akkurat sind, wie der Prognose wann genau unsere Meere leer gefischt sein werden bewirkt nur, dass Menschen, das lesen den ganzen Film bzw. die Kernaussage nicht mehr ernst nehmen. Die meisten Zahlen, die bei Seaspiracy genannt werden sind absolut lupenrein.

    Dass die Transformation zu einer rein pflanzlichen bzw. zumindest einer Fisch freien Ernährung nicht von heute auf morgen passiert ist auch klar. Sie deshalb als unmöglich darzustellen ist nicht in Ordnung. Selbst jetzt schon haben auch Menschen in den genannten Regionen Zugang zu Alternativen. Solange wir Fisch essen wird es immer zu unnötigen Eingriffen und Ausbeutung der Natur kommen. Als Umweltschutzorganisation sollte man höhere Ziele haben.

  • Zur Dokumentation „ Seaspiracy“. Ganz klar ist der Aufruf zu weniger Fischverzehr, welcher in der Doku geäußert wird, an die Bevölkerung aus den Industriestaaten gemeint und nicht, wie hier im lächerlichen Versuch, das Gesicht von WWF wiederherzustellen, an die gesamte Weltbevölkerung. Des Weiteren widerspricht sich der Artikel hier selbst: Weniger Fisch keine Lösung... aber irgendwie doch gut. Was denn nu?!
    Mich hätte an dieser Stelle mehr interessiert, was WWF von nun an ändern wird?

  • Guten Abend,
    ich habe ein paar Einwürfe:
    Woher kommt die Zahl, dass 3 Milliarden Menschen auf Fisch angewiesen sind? Das wäre ja fast die halbe Weltbevölkerung und erscheint mir etwas übertrieben.
    So viele Regionen wie etwa Senegal, wo es an den Küsten nahezu keine andere Möglichkeit gibt, gibt es doch sicher nicht. Und die regionale Fischerei ist doch nicht das große Problem.
    Ich finde es von daher „gefährlich“ an dieser Stelle die Bitte oder Aufforderung „Keinen Fisch mehr zu essen“ kleinzureden und als falsch zu entlarven. Denn diese Doku soll doch an erster Stelle „uns“ aus den Industrienation, die jede erdenkliche Alternative haben, ansprechen und motivieren.

    Und zum Thema Arbeitsplätze: Klar, ist das schlimm für die betroffenen Familien, aber dass die Welt in den nächsten Jahrzehnten zerstört wird, ist doch viel dramatischer. Wo ist da die Abwägung?

      • Das Fisch oder Fleisch Proteine enthalten, die ach so wichtig für unseren Körper sind ist ein Irrglaube. Proteine sind in Pflanzen, welche von den Tieren gegessen werden, die wir wiederum essen. Ähnlich ist es mit den Omega 3 Fettsäuren, welche in Algen enthalten sind, die wiederum von Fischen gegessen wird. Es gibt viele Studien die belegen, dass Fisch ungesund ist. Voll von Blei und anderen schädlichen Stoffen. Der Mensch ist von Natur aus ein Pflanzenfresser. Nur so viel zu den 3 Miliarden Menschen die ohne die angeblichen Proteine von Fischen nicht überleben können. Schaut euch "What the health" und "Gamechanger" an. Sehr informativ.

  • Ich habe den Film mit Interesse gesehen nur soviel dazu es ist erschreckend ob die Zahlen in einigen Abschnitte etwas übertrieben sind oder nicht einfach mal darüber Nachdenken

    • Es ist erbärmlich die Armut irgendwelcher Menschen als moralisches Argument gegen die Kernaussage des Films "esst weniger Fisch" vorzubringen. Wer von Fisch als Hauptnahrungsmittel leben muss ist nicht durch eine Netflixdoku angesprochen.

  • Den Kritikpunkt halte ich für absolut richtig und sollte von Verantwortlichen weitergedacht werden: eine unkontrolliert wachsende Weltbevölkerung benötigt immer mehr Nahrungsquellen.

  • „ Klimakrise, Überdüngung und Verschmutzung kommen noch dazu.“
    die Frage, die man sich stellen muss ist, ob die Klimakrise „dazu“ kommt, oder ob sie massgeblich durch den industrialisierten Fischfang verursacht ist (weniger Fische = weniger Umwälzung der Meere). Erwärmt das Klima die Ozeane, oder erwärmen die Ozeane das Klima?

  • Klar ist das ein Film und keine wissenschaftliche Abhandlung, aber ich kann die Kritiken die man so zu der Doku findet nicht nachvollziehen…im Gegenteil, dass großen Firmen und Organisationen sich da irgendwie rausreden wollen, zeigt doch nur dass alle in diesem Milliardengeschäft drinstecken.
    "Ob man Fisch essen oder sich lieber vegan ernähren will, diese Wahl haben sehr Viele nicht..."
    -> In den westlichen Industrienationen haben wir aber die Wahl und Armut/Hunger usw. gibt es in armen Ländern ja u.a. gerade deswegen weil wir dort alles leerfischen

  • Nachdem ich den Film gesehen habe, denke ich als WWF Fördermitglied, dass auch der WWF sich mit den im Film angesprochenen Themen mehr beschäftigen sollte. Z.B. der hohe Plastikanteil von Fischernetzen in den Weltmeeren, die völlig unzureichenden Überprüfungen der Vorgaben des MSC. Darüber möchte ich als Fördermitglied besser informiert werden. Mich hat der Film, auch wenn er vielleicht teilweise "übertrieben" war, sehr schockiert und ich war vom WWF ein bisschen enttäuscht, dass über die von mir oben genannten Themen so noch nicht berichtet wurde.

  • Danke für den kritischen Artikel, der den Film inhaltlich kritisch relativiert. Doch wie auch gesagt sind die wissenschaftlich untermauerten Fakten schlimm genug.

    Man sollte mal auch die Frage wagen, wieviele Menschen verträgt unser Planet. Die Weltbevölkerung hat sich in den letzten 100 Jahren verdoppelt. Das heisst mindestens doppelt so viel Ressourcenbedarf (Energie, Rohstoffe, Lebensmittel, etc.) und mindestens doppelt soviel Abfall, Klima/Umweltverschmutzung, CO2 etc. Mit Sorgfalt und Innovation können wir einen gewissen Teil kompensieren.
    Doch solange wir nicht die weiterhin exponentiell wachsende Weltbevölkerung auf etwa 50%-66% der heutigen Grösse stabilisieren, ist es ohnehin nur eine Frage der Zeit, bis wir die Welt an die Wand fahren.
    Wir müssen uns der zentralen Frage der massiven Reduktion der eigenen Reproduktion stellen, wenn wir nicht indirekt über Kriege, Seuchen und Ressourcenknappheit uns auf eine weniger angenehme Art dezimieren werden.

    • Danke für den Kommentar. Als kleine Anmerkung: Die Menschheit wächst nicht exponentiell und die Reproduktionsrate sinkt seit den 1960ern. Stärkung der Frauenrechte, Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung und Minderung von Armut sind geeignete und bewährte Werkzeuge um die Reproduktion zu senken. Wissenschaftler gehen zur Zeit davon aus, dass die Menschheit mit 9-10 Mrd ihre Spitze haben wird und dann die Bevölkerungszahl wieder abnimmt. Aber natürlich haben sie Recht, dass wären viel zu viele Menschen wenn alle das Konsumniveau der westlichen Industrienationen haben. Ich glaube daher, dass die Frage der globalen "Ressourcen" Gerechtigkeit für unsere Zukunft entscheidend werden wird. Und dazu gehört eine drastische Reduzierung des ökologischen Fußabdruckes der westlichen Bevölkerung wie z.B. bei Fleisch und Fisch

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