Vege­ta­risch essen ist anste­ckend


vegetarisch essen ist ansteckend: Frau isst
Wer seine Ernährung ändert inspiriert auch andere dies zu tun CC0 Pablo Merchán Montes https://unsplash.com/photos/Orz90t6o0e4

Vega­ner und Vege­ta­ri­er haben etwas Beleh­ren­des an sich. Mei­nen auf jeden Fall Fleisch­esser. Aber Pre­di­gen muss gar nicht sein: Laut einer Stu­die in der Zeit­schrift Natu­re Sustai­na­bi­li­ty ver­öf­fent­lich­ten Stu­die ist Vege­ta­ris­mus anste­ckend.

Fleisch-Fak­ten sind klar

Kogni­tiv ist ja alles klar: Wir alle wis­sen, dass Fleisch­kon­sum eher unge­sund ist. Wir alle soll­ten inzwi­schen auch mit­be­kom­men haben, dass die Fleisch­pro­duk­ti­on unser Kli­ma belas­tet wie kaum ein ande­rer Ein­zel­fak­tor. Der­zeit bean­sprucht die Hal­tung von Nutz­tie­ren etwa 70 Pro­zent der gesam­ten land­wirt­schaft­li­chen Nutz­flä­che (Acker­land und Grün­land). Die Aus­wei­tung der Tier­pro­duk­ti­on ist daher ein wesent­li­cher Trei­ber für die Umwand­lung von Wäl­dern und nati­ven Gras­land­schaf­ten in land­wirt­schaft­li­che Flä­chen, was zu Koh­len­stoff­emis­sio­nen und Bio­di­ver­si­täts­ver­lust führt.

Der Fleisch­kon­sum sinkt

Vege­ta­risch essen bezie­hungs­wei­se ein signi­fi­kat sin­ken­der Fleisch­kon­sum ist ein effi­zi­en­ter Weg die Umwelt zu schüt­zen, den Kli­ma­wan­del zu bekämp­fen. Der Anteil der Fleisch­esser sinkt lang­sam, aber er sinkt. Seit dem Jahr 2000 ist der Fleisch­kon­sum mit 59 und 62 Kilo­gramm pro Kopf im Jahr weit­ge­hend kon­stant geblie­ben. 2017 ist der Fleisch­ver­brauch aber immer­hin pro Kopf um 0,8 Kilo auf durch­schnitt­lich 59,7 Kilo­gramm gesun­ken, heißt es im „Agri­busi­ness-Report“ von Ernst&Young.

vegetarisch essen: Schild stop eating animals
Wenn ich stop­pe, was machen die Ande­ren? CC0 Simon Matz­in­ger https://unsplash.com/photos/CnygD0-II6M

Was pas­siert mit mei­nem Umfeld, wenn ich auf Fleisch ver­zich­te?

Frau­en ver­zeh­ren etwa halb so viel Fleisch wie Män­ner. Mit stei­gen­dem Bil­dungs­ni­veau und Ein­kom­men wird eher vege­ta­risch geges­sen. Auch die Wis­sen­schaft­le­rin Sibel Eker vom Inter­na­tio­na­len Insti­tut für Ange­wand­te Sys­tem­ana­ly­se hat ihren Fleisch­kon­sum ein­ge­schränkt – und dabei bemerkt, wie immer mehr Men­schen aus ihrem Umfeld es ihr nach­mach­ten. Mehr als nur anek­do­ti­sche Evi­denz? Zusam­men mit dem Umwelt­psy­cho­lo­gen Ger­hard Ree­se mach­te sie sich an die Arbeit, um die Dyna­mik in der Bevöl­ke­rung durch Ernäh­rungs­wech­sel und deren Aus­wir­kung auf die Umwelt erfor­schen. Zahl­rei­che Fak­to­ren wie Ein­kom­men, sozia­le Nor­men oder die Wahr­neh­mung des Kli­ma­wan­dels bezo­gen die Wis­sen­schaft­ler dabei mit ein. Das Ergeb­nis: Der sozia­le Norm­ef­fekt hat einen grö­ße­ren Ein­fluss auf unse­re Ernäh­rung als die Wahr­neh­mung von Gesund­heits­ri­si­ken oder Sor­gen um das Kli­ma.

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Mehr Vege­ta­ri­er machen mehr Vege­ta­ri­er — sagt die Wis­sen­schaft

Ver­ein­facht gesagt: Eine höhe­re Wahr­neh­mung von Vege­ta­ri­ern beein­flusst ande­re Men­schen eben­falls ihre Ernäh­rung zu ändern. Mehr Vege­ta­ri­er füh­ren also zu immer mehr Vege­ta­ri­ern — oder zumin­dest zu sin­ken­dem Fleisch­kon­sum in ihrer Umge­bung. Beson­ders greift dies der Stu­die zufol­ge bei jun­gen Leu­ten. Ein wei­te­rer Schlüs­sel­fak­tor ist die Selbst­wirk­sam­keit, an die laut Stu­die mehr Frau­en glau­ben – wes­halb sie sich öfter vege­ta­risch ernäh­ren.

Uns macht das viel Hoff­nung. Schließ­lich pro­pa­gie­ren wir nach­hal­ti­ge Ernäh­rung, mit deut­lich weni­ger Fleisch und Fisch. Wenn es auf WWF Ver­an­stal­tun­gen Essen gibt, dann muss es vege­ta­risch sein. Immer. Die Stu­die muss aber auch jedem hel­fen, der ab und zu mal zwei­felt. Weil die Freun­de immer noch Fleisch Gril­len für die Kro­ne hal­ten. Weil Papa und Mama zum Schnit­zel­tag wol­len. Man muss dann wahr­schein­lich gar nicht Fak­ten run­ter­lei­ern. Son­dern ein­fach nur sein. Selbst­wirk­sam. Nach und nach wer­den mehr Men­schen ihre Ernäh­rung umstel­len, sagt die Wis­sen­schaft.

Hof­fent­lich schnell genug.

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Über mich
Oliver Samson

Journalist und jetzt Redakteur beim Panda - weil unverändert überzeugt, dass wir Menschen es besser hinkriegen können. Noch immer optimistisch mit guten Vorsätzen.

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