Son­nen­cremes: Wie geht umwelt­scho­nen­der Son­nen­schutz?

Die meisten Sonnencremes sind bedenklich für die Umwelt © Nadezhda1906/iStock-Getty-Images

Die Som­mer­fe­ri­en ver­brin­gen vie­le von uns am liebs­ten am Was­ser. Beson­ders, wenn die Son­ne scheint und die Tem­pe­ra­tu­ren die 30 Grad Mar­ke kna­cken. Damit das nicht mit Son­nen­brand endet, ist Son­nen­creme Pflicht, oder? Um den Schutz vor der Son­ne und den Umwelt­schutz unter einen Hut zu brin­gen, soll­te man beim ein paar Din­ge beach­ten.

Das Pro­blem sind die UV-Fil­ter

Die meis­ten Son­nen­cremes sind bedenk­lich für die Natur. Das liegt an den UV-Fil­tern in den Cremes. Einer die­ser che­mi­schen UV-Fil­ter ist Octocrylen. Er schä­digt Koral­len, stört bei Fischen die Ent­wick­lung im Gehirn und der Leber und rei­chert sich in Muscheln und Aus­tern an. Den­noch ist die­ser Stoff in deut­schen Son­nen­cremes sehr ver­brei­tet. Die Zeit­schrift “Öko-Test” fand ihn 2018 in mehr als der Hälf­te der 27 getes­te­ten Cremes.

For­schungs­er­geb­nis­se bele­gen vor allem die Gefahr durch Son­nen­creme für Lebe­we­sen in der Süd­see. Aber auch Seen von Bran­den­burg bis Baden-Würt­tem­berg sind durch den che­mi­schen Son­nen­schutz gefähr­det. Die als UV-Fil­ter genutz­te Octin­oxat zum Bei­spiel wird der­zeit in Deutsch­land beob­ach­tet, weil es als mög­li­ches Risi­ko für Gewäs­ser ein­ge­schätzt wird.

Her­kömm­li­che Son­nen­cremes ent­hal­ten che­mi­sche UV-Fil­ter. © Rido­fran­z/iStock-Get­ty­images

Nano­par­ti­kel in Son­nen­cremes

Als Alter­na­ti­ve zu her­kömm­li­chen Son­nen­cremes gibt es Natur­kos­me­tik, die auf mine­ra­li­sche UV-Fil­ter setzt. Aber auch die­se sind öko­lo­gisch nicht unbe­denk­lich. Mine­ra­li­sche Son­nen­cremes legen zum Bei­spiel Zink­oxid auf der Haut ab, die dann die UV-Strah­lung abblit­zen lässt. Daher kommt auch der wei­ße Film auf der Haut nach dem Ein­cre­men. Bei den Mine­ra­li­en han­delt es sich meist um Nano­par­ti­kel, mikro­sko­pisch klei­ne Teil­chen. Ihre Aus­wir­kun­gen auf die Gesund­heit von Mensch und Natur sind noch wenig erforscht. Was man jedoch schon weiß: Nano­par­ti­kel kön­nen sich im Was­ser anrei­chern und damit dem Öko­sys­tem poten­zi­ell scha­den.

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Mit­tel der Wahl sind aber auch mine­ra­li­sche Son­nen­cremes ohne Nano­par­ti­kel. Die­se schaf­fen einen Licht­schutz bis zum Fak­tor 30. Sie kön­nen aber nicht nur vor der UV-Sor­te schüt­zen, auf die sich der Licht­schutz­fak­tor bezieht, son­dern zusätz­lich noch vor UV‑A. Damit sind sie für den Schutz vor Alte­rung der Haut und Lang­zeit­fol­gen sogar bes­ser.

Alter­na­ti­ven zur Son­nen­creme

Wem das alles zu kom­pli­ziert oder zu läs­tig ist: Es kann aber auch ganz ohne Creme gehen.

  • Alter­na­tiv zu Son­nen­cremes kann man auch spe­zi­el­le UV-Klei­dung tra­gen. Gera­de für Kin­der gut geeig­net.
  • Der ein­fachs­te Son­nen­schutz ist auch der gesün­des­te und öko­lo­gisch bes­te: Ver­bringt man einen Tag am See, dann kann man ja auch im Schat­ten blei­ben. Eine Bin­se, aber die Haut wird es einem ohne­hin dan­ken.
Der umwelt­freund­lichs­te Son­nen­schutz? Im Schat­ten blei­ben © Pas­cal Malamas/iStock

Kon­ven­tio­nel­le Son­nen­creme mit che­mi­schen UV-Fil­tern soll­te man zumin­dest immer gut ein­zie­hen las­sen — und dann min­des­tens eine hal­be Stun­de war­ten, bevor man ins Was­ser geht. Noch bes­ser ist es, wenn man die Creme erst nach dem Baden auf­trägt.

Ich wün­sche Euch jeden­falls einen wun­der­ba­ren Som­mer — mög­lichst ohne Son­nen­brand!

Ich arbeite seit 2012 beim Klimaschutz- und Energiepolitikteam des WWF Deutschland. Mein aktueller Themenschwerpunkt liegt auf Klimaschutz in der Industrie. Außerdem bin ich beim WWF als gelernte Chemikerin für Fragen rund um das Thema Chemikalien zuständig.

Kommentare (1)

  • Super geschriebener und informativer Artikel :-). In diesen Blog werde ich mich noch richtig einlesen

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