Das Aus für Süd­afri­kas Löwenfarmen

Was passiert jetzt mit ihnen? © picture alliance / dpa / Sinikka Tarvainen

In Süd­afri­ka wer­den jedes Jahr tau­sen­de Löwen für die Nut­zung in Strei­chel­zoos und für das so genann­te „can­ned hun­ting“ gezüch­tet. Vie­ler die­ser ver­meint­lich wil­den Löwen wer­den dann in klei­nen Gehe­gen von Jagd­tou­ris­ten geschos­sen. Geht es nach dem Wil­len von Umwelt­mi­nis­te­rin Bar­ba­ra Cree­cy soll damit künf­tig Schluss sein. Am Sonn­tag ver­gan­ge­ner Woche trat sie vor die Pres­se und ver­kün­de­te das Aus für die kom­mer­zi­el­le Löwenzucht.

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Nach offi­zi­el­len Schät­zun­gen gibt es im Land zwi­schen 250 und 350 die­ser Zucht­sta­tio­nen in denen etwa 8000 Tie­ren leben. Insi­dern zufol­ge liegt die Dun­kel­zif­fer aller­dings deut­lich höher.

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Um die 20.000 Euro kos­tet der Abschuss so eines Löwen laut den Anga­ben pri­va­ter Anbie­ter. Deut­sche stel­len laut der Tier­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on Pro Wild­life zah­len­mä­ßig die stärks­te Grup­pe der Groß­wild­jä­ger, nach US-Ame­ri­ka­nern und Spaniern.

Sol­che Löwen­far­men soll es nicht mehr geben © pic­tu­re alli­an­ce / dpa / Sinik­ka Tarvainen

Die Tie­re leben oft unter schlimms­ten Bedin­gun­gen, auf engs­tem Raum, ohne aus­rei­chend Nah­rung oder tier­ärzt­li­cher Ver­sor­gung. Ich fin­de die Ent­schei­dung der süd­afri­ka­ni­schen Regie­rung gut, schon allei­ne aus Tier­schutz­grün­den. Für mich blei­ben aber noch eini­ge Fra­gen offen.

Was pas­siert mit den Löwen?

Was pas­siert mit den tau­sen­den Löwen in Gefan­gen­schaft, wenn die Zucht­sta­tio­nen geschlos­sen wer­den? Laut süd­afri­ka­ni­scher Regie­rung sol­len die­se human getö­tet wer­den. Was bedeu­tet das genau? Wer soll das tun? Und was pas­siert mit den getö­te­ten Tieren?

Löwen­kno­chen als Ersatz für Tiger

Bis 2018 erlaub­te das Land den Export von hun­der­ten Löwen­ske­let­ten pro Jahr. Der Groß­teil lan­de­te als „Tigerer­satz“ auf den tra­di­tio­nel­len medi­zi­ni­schen Märk­ten in Viet­nam und Chi­na. Da aber Kno­chen und ande­re Kör­per­tei­le wil­der oder in Gefan­gen­schaft gehal­te­ner Löwen kaum zu unter­schei­den sind, för­dert das den Schmug­gel mit Kno­chen von Löwen aus frei­er Wild­bahn. Ein ganz ähn­li­ches Pro­blem zu den soge­nann­ten Tiger­far­men in Asi­en. Wir vom WWF för­dern seit Jah­ren deren Schließung. 

Zwar stopp­ten Gerich­te den lega­le Export von Löwen­kno­chen aus Süd­afri­ka, aber die Nach­fra­ge bleibt. Zucht und Han­del wer­den des­we­gen ver­mut­lich ille­gal fort­ge­setzt, Händ­ler suchen nach alter­na­ti­ven Quel­len. So hal­te ich es für mög­lich, dass die ille­ga­le Jagd auf wil­de Löwen in Zukunft zuneh­men wird.

Als gelernter Biologe habe ich die letzten 10 Jahre meines Lebens in Botswana verbracht, um das Wanderverhalten von Löwen zu erforschen und ihre Lebensräume zu schützen. Seit Anfang des Jahres arbeite ich beim WWF Deutschland und bin dazu aus einem kleinen Dörfchen am Rande des Okavango Deltas in die Großstadt Berlins gezogen. Obwohl das für mich eine große Umstellung ist bin ich fest davon überzeugt, dass ich in meiner neuen Rolle einen größeren Einfluss auf den Naturschutz in Afrika habe. Beim WWF bin ich für die Betreuung unserer Löwenprojekte zuständig sowie an der Entwicklung des neuen grenzübergreifenden Schutzgebietes Unganisha zwischen Kenia und Tansania beteiligt.
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