Watt? Wie viel Strom sparst Du?


Strom sparen: Stromzähler
Zu viel auf der Uhr? Da kann ich helfen © imago/McPHOTO

True sto­ry: Neu­lich stand ein Ver­triebs­mit­ar­bei­ter eines Strom­ver­sor­gers mit einem Tablet bewaff­net vor mei­ner Woh­nung. Er woll­te mich zu einem Anbie­ter­wech­sel bewe­gen. Als er mich nach mei­nem Strom­ver­brauch frag­te, mach­te er gro­ße Augen und dach­te sich ver­hört zu haben. Seit Jah­ren ver­brau­che ich weni­ger als 400 Kilo­watt­stun­den (kWh) pro Jahr. „Sie mei­nen tau­send?“, sag­te er ungläu­big. „Das ist ja erstaun­lich“ hör­te ich ihn noch eini­ge Male fast mehr zu sich selbst sagen. Trotz­dem woll­te er mir noch zei­gen, dass ich bei einem Anbie­ter­wech­sel even­tu­ell weni­ger bezah­len wür­de. Über­rascht muss­te er dabei fest­stel­len, dass der Schie­be­reg­ler sei­ner Tablet-Soft­ware gar nicht unter die Gren­ze von 500 kWh bewegt wer­den konnte…

Unser Gespräch dürf­te einen blei­ben­den Ein­druck bei ihm hin­ter­las­sen haben. Doch auch mir gab es zu den­ken. Ok, ich bin über­durch­schnitt­lich genüg­sam. Aber beim Blick auf den Strom­spie­gel für Deutsch­land scheint es in vie­len Haus­hal­ten gro­ße Ein­spar­po­ten­zia­le zu geben.

Strom sparen: Stromspiegel 2019
Der Strom­spie­gel zeigt jede Men­ge Ein­spar­po­ten­zi­al © co2online GmbH

Und es stel­len sich eine Men­ge Fragen:

  • Ver­schwen­den wir Unmen­gen an Strom und belas­ten damit unnö­tig die Umwelt?
  • Wie viel lie­ße sich pro­blem­los einsparen?
  • Auf wie vie­le Emis­sio­nen CO2 könn­ten wir dadurch viel­leicht sogar verzichten?

Ja, wir ver­schwen­den Strom, Geld und Umwelt

In Deutsch­land ver­brauch­ten die pri­va­ten Haus­hal­te 2018 ins­ge­samt 129 Tera­watt­stun­den (TWh) Strom. Das ist mehr als ein Vier­tel des Gesamt­strom­ver­brauchs. Die Deut­sche Ener­gie-Agen­tur dena gibt an, dass rund ein Drit­tel also 40 TWh des Strom­ver­brauchs in Haus­hal­ten ein­ge­spart wer­den kann. 40 Mil­li­ar­den Kilo­watt­stun­den, das ent­spricht in etwa der jähr­li­chen Strom­erzeu­gung von vier Kern­kraft­wer­ken oder eini­ger grö­ße­rer Koh­le­kraft­wer­ke. Im Jahr 2019 hat in Deutsch­land der Ver­brauch einer Kilo­watt­stun­de im Schnitt die Emis­si­on von 427 Gramm CO2 ver­ur­sacht. Bei 40 TWh sind das 17 Mil­lio­nen Ton­nen CO2.

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Damit belas­ten wir unnö­tig Umwelt und Kli­ma. Denn was nicht ver­braucht wird, müss­te gar nicht erst auf­wän­dig erzeugt und mit Über­tra­gungs­ver­lus­ten trans­por­tiert wer­den. Mehr Strom­be­darf heißt auch mehr Ein­grif­fe in Natur und Land­schaf­ten. Wo zum Bei­spiel Braun­koh­le geför­dert wird, wer­den gan­ze Dör­fer abge­bag­gert und Land­stri­che ver­wüs­tet. Jahr­hun­der­te­al­te Ort­schaf­ten gehen unwie­der­bring­lich ver­lo­ren. So wur­de auch das Lau­sit­zer Dorf Hor­no, in dem mei­ne Groß­el­tern gelebt haben, dem Braun­koh­le­ta­ge­bau Jänsch­wal­de geopfert.

Wir wer­fen Geld zum Fens­ter raus

Aber auch Geld schmei­ßen wir damit zum Fens­ter raus. Rech­ne­risch ver­schwen­den die Haus­hal­te hier­zu­lan­de bei einem durch­schnitt­li­chen Strom­preis von knapp 30 Cent pro Kilo­watt­stun­de jedes Jahr zwölf Mil­li­ar­den Euro. Dabei ist weni­ger Strom zu ver­brau­chen ein­fach, sofort umsetz­bar, ent­las­tet die Umwelt und spart Geld. Laut Ver­brau­cher­zen­tra­le könn­ten Haus­hal­te im Schnitt eine jähr­li­che Erspar­nis von meh­re­ren Hun­dert Euro erzie­len. Allein der Stand­by-Strom­ver­brauch von Gerä­ten, die im Ruhe­zu­stand sind, aber immer noch Strom aus der Steck­do­se zie­hen, kann in man­chen Haus­hal­ten Kos­ten von über 100 Euro pro Jahr verursachen.

Strom Sparen: Lampen
Wirk­li­ches alles nötig? © olga_prava / iStock / Get­ty Images

Zur Ener­gie­wen­de gehört zuvor­derst Energieeffizienz

Weni­ger Strom ver­brau­chen spart Geld und schont die Umwelt – ein ech­ter Win-Win. Zum Gelin­gen der Ener­gie­wen­de gehört dar­um neben dem Umstieg von Koh­le, Öl, Gas und Kern­kraft auf erneu­er­ba­re Ener­gien auch ein effi­zi­en­te­rer Umgang mit Ener­gie. Denn noch bes­ser als eine Kilo­watt­stun­de aus erneu­er­ba­ren Ener­gien ist eine, die gar nicht erst erzeugt wer­den muss.

So gelingt eure per­sön­li­che Stromwende:

Ver­mei­det unnö­ti­gen Verbrauch!

-             Wäsche auf­hän­gen, statt ener­gie­in­ten­siv in den Wäschetrockner.

-             Licht aus in Räu­men, in denen sich nie­mand auf­hält. Das gilt übri­gens auch im Büro.

-             Schal­tet Gerä­te voll­stän­dig aus, wenn sie nicht mehr genutzt wer­den. Damit kei­ne Stand­by-Strom­ver­brä­che ent­ste­hen: Ste­cker raus oder nutzt schalt­ba­re Steckerleisten.

-           Auch den WLAN-Rou­ter aus, wenn ihr off­line geht. Gönnt dem Inter­net mal eine Pau­se. Mehr Tipps, gera­de für das “grü­ne” Home­of­fice? Hier entlang.

-             Taut regel­mä­ßig das Gefrier­fach ab – sonst wirkt der Eis­pan­zer wie eine iso­lie­ren­de Schicht und der Gefrier­schrank ver­braucht zu viel Energie.

-             Nur die wirk­lich benö­tig­te Was­ser­men­ge in den Was­ser­ko­cher. Wer nur eine Tas­se Tee will, braucht nicht 1,5 Liter hei­ßes Wasser.

-             Wer einen Bal­kon oder Platz außer­halb sei­ner Woh­nung hat, kann in der kal­ten Jah­res­zeit den Kühl­schrank getrost aus­schal­ten. Die Lebens­mit­tel ein­fach von der Außen­luft küh­len las­sen, z.B. in einer Kühl­box. Bei mir ist der Kühl­schrank meh­re­re Mona­te ein­fach außer Betrieb. Funk­tio­niert übri­gens auch ganz­jäh­rig — anstatt Kühl- und Tief­kühl­wa­re gibt’s dann eben fri­sche Kost die schnell ver­braucht wird 😉

Setzt auf Effizienz!

-             Messt mit einem Strom­mess­ge­rät, wie viel Strom eure Gerä­te verbrauchen.

-             Ach­tet beim Kauf von Beleuch­tungs­mit­teln, Kühl­schrän­ken, Wasch­ma­schi­nen und ande­ren Elek­tro­ge­rä­ten auf den Ener­gie­ver­brauch und die Effi­zi­enz­klas­sen. Aber Ach­tung: ab März 2021 erhal­ten Elek­tro­ge­rä­te eine neue Ener­gie­ver­brauchs­kenn­zeich­nung. Aus dem bekann­ten A+++ bis D wird dann eine Ein­tei­lung von A bis G. Ver­glei­che öko­lo­gi­scher Spit­zen­pro­duk­te fin­det ihr hier.

-             Kocht im Topf am bes­ten mit Deckel, denn so ent­weicht weni­ger Wär­me und das Essen wird auch nied­ri­ge­rer Herd­stu­fe gar.

-             Nutzt Spar­pro­gram­me und nied­ri­ge Tem­pe­ra­tu­ren bei Spül- und Waschmaschine.

-             Stellt beim Küh­len „wär­me­re“ Tem­pe­ra­tu­ren ein: Im Kühl­schrank rei­chen sechs bis sie­ben Grad aus und im Tief­kühl­schrank oder in der Gefrier­tru­he genü­gen minus 18 Grad.

-             Duschen statt baden spart nicht nur Warm­was­ser, son­dern bei elek­tri­schen Durch­lauf­er­hit­zern auch jede Men­ge Strom. Für Fort­ge­schrit­te­ne: kal­tes Duschen spart noch mehr, belebt und macht müde Geis­ter munter😊

Nutzt Öko­strom und macht euch für die Ener­gie­wen­de stark

-             Wenn es geht: Erzeugt euren eige­nen Öko­strom. Zum Bei­spiel mit einer Pho­to­vol­ta­ik-Anla­ge auf dem Dach oder enga­giert euch bei eurem Ver­mie­ter für erneu­er­ba­ren Mieterstrom.

-             Wech­selt zu einem Öko­strom­an­bie­ter, der die Ener­gie­wen­de aktiv vor­an­treibt, indem er bei­spiels­wei­se den Bau von Neu­an­la­gen zur Erzeu­gung erneu­er­ba­rer Ener­gien aus Wind, Son­ne oder Geo­ther­mie för­dert. Eini­ge Anbie­ter fin­det ihr hier.

-             Enga­giert euch: Sei es an der Wahl­ur­ne, vor Ort durch die Teil­nah­me an Demons­tra­tio­nen oder digi­tal durch Bei­trä­ge in den sozia­len Medi­en oder die Unter­zeich­nung von Peti­tio­nen. Teilt euer Wis­sen mit eurer Fami­lie und im Bekanntenkreis.

Wei­te­re nütz­li­che Strom­s­par­tipps fin­det ihr hier.

Helft mit! Zusam­men spa­ren wir vie­le kli­ma­schäd­li­che Emis­sio­nen ein — und brin­gen so die Ener­gie­wen­de voran!

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1 Kommentar

  1. Avatar
    Udo Hager
    27. Februar 2021
    Antworten

    Obwohl ich viel selbst koche und Desk­top-PC sowie ein Spül­ma­schi­ne nut­ze, liegt mein Ver­brauch meist bei 900 kw im Jahr. Habe über­all LED Leuch­ten und E‑Geräte sind alle sehr spar­sam. Aber die Haupt­er­spar­nis habe ich durch die LEDs erreicht. Stand by gibt es bei mir auch nicht. Nur mein Wlan Rou­ter kann ich nicht in der Nacht deak­ti­vie­ren, da mein Fest­netz­te­le­fon dann nicht aktiv ist. Das ist aber wich­tig, da ich sonst im Not­fall nicht erreich­bar wäre für Tei­le mei­ner Fami­lie. Die älte­ren Leu­te wie mein alter Herr haben es nicht so mit Handy.

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