So geht Zukunft: Inno­va­tio­nen für die Umwelt

Gegen schädlichen Beton: Wichtige Erfindung für unsere Umwelt © bruev/iStock/GettyImages

Die Aus­beu­tung unse­rer Erde wird mas­siv durch Indus­trie­pro­duk­te vor­an­ge­trie­ben, die beson­ders vie­le Roh­stof­fe und Ener­gie benö­ti­gen.
Auf der einen Sei­te kön­nen wir das durch weni­ger Kon­sum aus­glei­chen. Auf der ande­ren Sei­te gibt es heu­te auch immer mehr Betrie­be, die umwelt­schäd­li­che Her­stel­lungs­ver­fah­ren revo­lu­tio­nie­ren, um die Res­sour­cen unse­res Pla­ne­ten zu scho­nen. Ein Bei­spiel für die­se Indus­trie der Zukunft kommt aus der Zement- und Beton­pro­duk­ti­on. Die ist näm­lich – wie vie­le viel­leicht nicht wis­sen – ein gro­ßes Pro­blem für unse­re Umwelt.

So geht Zukunft

Wie wer­den wir leben? Woher kommt unser Essen, unse­re Ener­gie, unse­re Klei­dung? Wie bewe­gen wir uns fort und wie kann das alles umwelt­ver­träg­lich gesche­hen? Wir haben uns mit dem Insti­tut für öko­lo­gi­sche Wirt­schafts­for­schung (IÖW) auf die Suche nach Vor­bil­dern für ein zukunfts­fä­hi­ges, sozi­al-öko­lo­gi­sches Wirt­schaf­ten gemacht. Und dabei erstaun­li­che Ansät­ze gefun­den. So geht Zukunft. Wir stel­len eini­ge der Ansät­ze in locke­rer Serie vor. Hier: Res­sour­cen­in­ten­si­ve Industrie

Zement und Beton: Extrem umweltschädlich

Bezo­gen auf die Mas­se ist Zement das welt­weit am meis­ten her­ge­stell­te Pro­dukt. Kein Wun­der, Zement ist schließ­lich die Grund­zu­tat für Beton. Doch die Her­stel­lung von Beton und Zement benö­tigt Unmen­gen an Was­ser und Ener­gie, setzt bei der Pro­duk­ti­on noch zusätz­lich CO2 frei und ver­ur­sacht daher die Rie­sen­men­ge von etwa fünf Pro­zent der glo­ba­len Treib­haus­gas­emis­sio­nen. Das ist mehr als dop­pelt so viel, wie ganz Deutsch­land an Treib­haus­gas ausstößt.

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Gleich zwei bahn­bre­chen­de Erfindungen

Das ame­ri­ka­ni­sche Start-Up-Unter­neh­men Soli­dia hat eine neue, nach­hal­ti­ge­re Art von Zement­pro­duk­ti­on erfun­den und nutzt für die Wei­ter­ver­ar­bei­tung zu Beton ein inno­va­ti­ves Ver­fah­ren, bei dem kein Was­ser ver­schwen­det und sogar CO₂ wie­der ver­wer­tet wird. Ein Vor­zei­ge­pro­jekt res­sour­cen­scho­nen­der Pro­duk­ti­on. Um sei­ne Vor­tei­le für die Umwelt zu erklä­ren, muss ich aller­dings etwas in die che­mi­schen Details gehen.

Indus­trie der Zukunft: Umwelt­freund­li­cher Zement

Die Indus­trie der Zukunft braucht bahn­bre­chen­de Erfin­dun­gen wie die­se © Solidia

Für die Her­stel­lung von Zement wird Kalk­stein zu Kalk gebrannt. Dabei ent­ste­hen gro­ße Men­gen CO₂. Soli­dia ersetzt rund zwan­zig Pro­zent des Kalk­steins durch die gleich­wer­ti­ge che­mi­sche Ver­bin­dung Cal­ci­um­si­li­kat. Die­se ver­ur­sacht kein Koh­len­stoff­di­oxid im Gegen­satz zur Kalk­her­stel­lung. Zusätz­lich kann durch die neue Zusam­men­set­zung die Brenn­tem­pe­ra­tur um 200 °C gesenkt wer­den. Ins­ge­samt ver­rin­gert die neue Metho­de den CO₂-Aus­stoß dadurch um fast ein Drittel!

Inno­va­ti­ve Beton-Herstellung

Soli­dia stellt aus Zement Beton her und dar­aus Beton­fer­tig­tei­le wie zum Bei­spiel Beton-Zie­gel. Die Wei­ter­ver­ar­bei­tung des Zements zu Beton erfolgt nor­ma­ler­wei­se durch die Zuga­be von Gestei­nen, Sand und 60 bis 90 Liter Was­ser pro Kubik­me­ter Beton.

Soli­dia hat einen Weg gefun­den, das Was­ser durch eine che­mi­sche Reak­ti­on mit Koh­len­stoff­di­oxid zu erset­zen. Das dafür benö­tig­te CO₂ wird aktu­ell aus den Abga­sen von Müll­ver­bren­nungs­an­la­gen her­aus­ge­fil­tert und im Soli­dia-Beton gebun­den, dadurch wird der Atmo­sphä­re sogar CO2 entzogen.
Zusätz­lich sor­gen geschlos­se­ne Kam­mern bei Soli­di­as Beton-Pro­duk­ti­on dafür, dass immer noch benö­tig­tes Was­ser wie­der ver­wen­det wird. Es wird prak­tisch kein neu­es Was­ser mehr gebraucht.

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Der neue Beton wird gepresst © Solidia

Zukunfts­fä­hi­ge Tech­no­lo­gien ent­las­ten die Umwelt

Bis­her kön­nen nur klei­ne­re Beton-Fer­tig­tei­le wie Pflas­ter­stei­ne oder Zie­gel mit dem neu­en Soli­dia-Ver­fah­ren her­ge­stellt wer­den. Die­se aber zu ähn­li­chen Kos­ten und mit deut­lich gerin­ge­rem Umwelt­ein­fluss. Zudem ver­fügt der Beton von Soli­dia teil­wei­se über bes­se­re Pro­duk­t­ei­gen­schaf­ten wie eine län­ge­re Halt­bar­keit und eine grö­ße­re mög­li­che Farbpalette.

Das Start-Up Soli­dia hat welt­wei­tes Inter­es­se geweckt. Und das ist gut so! Je mehr Betrie­be dem Bei­spiel fol­gen, des­to weni­ger bleibt es eine Visi­on, Wirt­schaft und Nach­hal­tig­keit zu vereinbaren.

Mehr bemer­kens­wer­te Pro­jek­te nach­hal­ti­ge­rer und sozia­le­rer Wirt­schaft und Produktion

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und Im Studium der Biologie und Neurophysiologie und im Aufbaustudium Umweltschutztechnik suchte ich Antworten auf die Fragen „Wieso, weshalb, warum?“ und „Was kann ich tun?“. So ist das immer noch. Warum fliegt ein Vogel, wie taucht ein Fisch, was erzählt die Vegetation über die Landschaftsgeschichte und warum fällt es dem Menschen so schwer, sich anzupassen und positiv zu ändern? Reicht es, technisch effizienter zu arbeiten oder sind wir schlicht auf einem falschen Pfad? Welche Wege wären besser? Was ist zu tun, um unsere Lebensräume und unsere Mitwelt zu erhalten und was ist „nachhaltiges Wirtschaften“ und „Gutes Leben für alle“? All diesen Fragen gehe ich auf den Grund und entwickle mit Kolleg:innen und Partner:innen aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Unternehmen Transformationspfade und suche nach guten Beispielen für eine Zukunft in positiver Resonanz mit Mitwelt und Mitmenschen. Erfahrungen gesammelt habe ich in einem eigenen Start-Up, in der Naturschutz-Verwaltung, mit der EU in Lettland direkt nach der politischen Öffnung und als WWF-Leiter Meere&Küsten, als Direktor des globalen WWF Fischereiprogrammes und jetzt als Leiter Innovation, Sciences &Technologies.
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