Schnee­leo­pard in der Mon­go­lei: Spu­ren im Schnee


Mongole in traditioneller Kleidung auf Pferd in verschneitem Gebirge: Kollege Muknast aus der Mongolei bricht auf zum Fallencheck.
Kollege Munkhnast aus der Mongolei bricht auf zum Fallencheck. © Oliver Samson, WWF

Jar­ga­lant, das ist ein iso­liert ste­hen­des Gebirgs­mas­siv in der west­li­chen Mon­go­lei, 50 mal zehn Kilo­me­ter groß, fast 4000 Meter hoch und stark zer­klüf­tet. Umge­ben ist der Jar­ga­lant von brett­ebe­ner Wüs­ten­step­pe. 37 Schnee­leo­par­den hat der WWF Mon­go­lei im Jar­ga­lant gezählt. Das ist viel. Der gro­ße Vor­teil: die rie­si­gen Streif­ge­bie­te des Schnee­leo­par­den sind hier natür­lich begrenzt.

Wie fin­det man einen Schnee­leo­par­den?

Fin­den, Fan­gen und Besen­dern eines Schnee­leo­par­den ist aber auch im Jar­ga­lant enorm schwie­rig. Die Tie­re sind scheu, däm­me­rungs­ak­tiv und her­vor­ra­gend getarnt, kei­ne ande­re Groß­kat­ze lebt in solch extre­mem Gelän­de. Anfüt­tern ist aus­ge­schlos­sen, weil die Leo­par­den danach immer wie­der bei Men­schen nach Fut­ter suchen wür­den – was wir auf jeden Fall ver­hin­dern müs­sen. Mensch-Tier Kon­flik­te sind einer der Haupt­grün­de für den Rück­gang der Schnee­leo­par­den. Es blei­ben also Fal­len.

Die Bio­lo­gen vom WWF Mon­go­lei und ihre loka­len Hel­fer haben in den Ber­gen auf den ver­mu­te­ten Leo­par­den­pfa­den Tritt­fal­len auf­ge­stellt. Sie lösen eine Schlin­ge aus, die das Tier fest­hält, bis die Bio­lo­gen mit der Betäu­bung kom­men – so ist der Plan.

Gedrück­te Stim­mung

Jeden Tag wer­den die Fal­len mehr­fach kon­trol­liert, zu Fuß oder per Pferd. Das Team im Camp teilt sich dafür auf. Wir wol­len uns anschlie­ßen, unse­re Kol­le­gen emp­feh­len die leich­te­re Rou­te. Es ist auch so ein stra­pa­ziö­ser Marsch, Hang auf Hang ab auf halb­ver­schnei­ten Geröll­fel­dern.
Nichts, wie­der nichts. Seit zwei Wochen nichts außer Kame­ra­fal­len­bil­dern und Abdrü­cken im Schnee. Ab und zu ein Stein­bock im Fern­glas. Die Stim­mung scheint etwas gedrückt, wenn ich das Brum­men des Chef­bio­lo­gen rich­tig inter­pre­tie­re.

Am dritten Tag unserer Expedition in die Mongolei finden wir endlich einen Pfotenabdruck im Schnee! © Oliver Samson, WWF
Am drit­ten Tag unse­rer Expe­di­ti­on fin­den wir einen Pfo­ten­ab­druck! © Oli­ver Sam­son, WWF

Fels­zeich­nun­gen aus der Jung­stein­zeit

Sein jun­ger, eupho­ri­scher Kol­le­ge Munkh­nast nimmt uns noch auf eine zwei­te Tour mit. Er hat vom Camp aus Arga­li-Scha­fe im Fern­rohr ent­deckt. Es sind die größ­ten Wild­scha­fe der Welt. Doch da, beim Auf­stieg auf fast 3000 Meter sehe ich auf einem Stein Figu­ren, ein­deu­tig. Hier ein Stein­bock, das ande­re viel­leicht ein Wolf und da, mit dem buschi­gen Schwanz, das muss ein Schnee­leo­pard sein.

Schneeleoprad und Steinbock: Prähistorische Felszeichnungen auf 3000 Metern in der Mongolei
Prä­his­to­ri­sche Fels­zeich­nun­gen auf 3000 Metern. © Oli­ver Sam­son, WWF.

Munkh­nast hat so etwas schon gese­hen, schein­bar gibt es davon meh­re­re hier auf dem Berg. Es sind jung­stein­zeit­li­che Fels­zeich­nun­gen, geschätzt 3000, viel­leicht 5000 Jah­re alt. Ich freue mich fast so wie über einen ech­ten Schnee­leo­par­den. Fast.

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