Schluss mit Sub­ven­tio­nen für Überfischung!

Überfischung muss aufhören. Jetzt.© adakon/iStock/Getty Images

Wir brau­chen das Meer. Mil­li­ar­den von Men­schen sind vom Meer und den Fisch­be­stän­den abhän­gig. Wenn die Poli­tik also Fische­rei sub­ven­tio­niert, die zu einem Rück­gang der Fisch­be­stän­de und dadurch zu Nah­rungs­knapp­heit und Arbeits­lo­sig­keit führt, dann han­delt sie gegen die Inter­es­sen der Mensch­heit. Das muss enden. Punkt. Und zwar jetzt. Trotz oder gera­de auch wegen der Pan­de­mie, um die öko­lo­gi­sche und wirt­schaft­li­che Grund­la­ge der Fische­rei nicht wei­ter zu schwächen

Viel­leicht kommt man nicht gleich drauf, aber die Fischer:innen der Welt wur­den von der COVID-19-Pan­de­mie hart getrof­fen. Zuerst ver­sieg­te die Nach­fra­ge, als die Märk­te schlos­sen. Dann hör­ten die Fischer auf zu fischen, weil es nicht mehr sicher war oder sich nicht mehr gelohnt hat. Die Spi­ra­le des wirt­schaft­li­chen Nie­der­gangs kam in Gang.

Die Kri­se der Fische­rei kommt genau zu dem Zeit­punkt, wo die Regie­run­gen alles dar­an­set­zen soll­ten, die UN-Zie­le für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung zu errei­chen zu denen auch die Abschaf­fung schäd­li­cher Fischerei­sub­ven­tio­nen, die zur Über­fi­schung bei­tra­gen gehört. Auf Ebe­ne der Welt­han­dels­or­ga­ni­sa­ti­on WTO soll noch 2020 ein glo­ba­les Abkom­men ver­ab­schie­det wer­den, das schäd­li­che Fischerei­sub­ven­tio­nen ver­bie­tet. Und dabei muss es auch blei­ben. Ein Drit­tel der welt­wei­ten Fisch­be­stän­de ist bereits über­fischt. Die Zeit drängt.

Seit zwei Jahr­zehn­ten steht das The­ma auf der WTO-Agen­da. Jetzt müs­sen die Regie­run­gen die Chan­ce nut­zen, Han­dels­ver­zer­run­gen und Umwelt­zer­stö­rung, die durch schäd­li­che Fischerei­sub­ven­tio­nen befeu­ert wer­den, end­lich zu beenden.

Vie­le Regie­run­gen ver­su­chen einen grü­nen Auf­schwung anzu­kur­beln und das Leben der Men­schen zu ver­bes­sern, die vom momen­ta­nen glo­ba­len Wirt­schafts­ab­schwung hart getrof­fen wer­den. Die Poli­tik darf dabei aber nicht auf die fal­schen Metho­den von vor­ges­tern set­zen. Wie etwa Fische­rei­tä­tig­kei­ten zu sub­ven­tio­nie­ren, die dem Meer scha­den und die Lebens- und Ernäh­rungs­grund­la­ge von Küs­ten­ge­mein­den bedro­hen. Staat­li­che Fischerei­sub­ven­tio­nen und ‑För­der­pro­gram­me, die aus Steu­ern gespeist wer­den, müs­sen dem Meer und den Men­schen zu Gute kommen.

Zur­zeit läuft des­halb die #Stop­Fun­din­gO­ver­fi­shing-Kam­pa­gne. Hilf dem Meer, hilf uns!

Schäd­li­che Sub­ven­tio­nen trei­ben schäd­li­che Fische­rei an

 

Das soll­te eine Bin­se sein. Die Rea­li­tät sieht aber nach wie vor anders aus. Die Sum­me zur Sub­ven­tio­nie­rung des Raub­baus am Meer sind nach wie vor enorm. 2018 waren es welt­weit geschätz­te 22 Mil­li­ar­den Euro. Sub­ven­tio­niert wur­den unter ande­rem Treib­stoff, neue Moto­ren und der Bau neu­er Schif­fe. Sie ermög­li­chen es den Fische­rei­flot­ten, ihre Fang­ka­pa­zi­tät zu erhö­hen und Fang­ak­ti­vi­tä­ten auf­recht­zu­er­hal­ten oder aus­zu­wei­ten, selbst wenn dies wirt­schaft­lich nicht ren­ta­bel ist. Damit nicht genug: Der Eco­no­mist schätzt, dass jedes Jahr Sub­ven­tio­nen in Höhe von mehr als vier Mil­li­ar­den Dol­lar sogar der ille­ga­le Fische­rei zu Gute kom­men. Auch das soll das WTO-Abkom­men unterbinden!

Staa­ten wie Japan, Chi­na, die EU und die USA geben am meis­ten für Fischerei­sub­ven­tio­nen aus. Leid­tra­gen­de die­ser Sub­ven­ti­ons­po­li­tik sind nicht nur die Welt­mee­re, son­dern oft auch die ärms­ten Län­der und Men­schen im glo­ba­len Süden.

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Es ist längst klar, dass die­se schäd­li­chen Sub­ven­tio­nen nicht nur unge­recht und unöko­lo­gisch sind, son­dern auch unwirt­schaft­lich. Zum Bei­spiel in Mexi­ko. Fischerei­sub­ven­tio­nen haben weder dem Land bei der Ent­wick­lung sei­ner Fische­rei­in­dus­trie gehol­fen, noch kom­men sie den Küs­ten­ge­mein­den zugu­te, wie eine Ana­ly­se des WWF aus dem Jahr 2019 gezeigt hat: Die Sub­ven­tio­nen haben die Flot­ten­grö­ße ver­grö­ßert, jedoch sind die Fang­men­gen in den letz­ten zwei Jahr­zehn­ten kon­stant geblie­ben. Die Fische­rei ist also weni­ger pro­duk­tiv und die Fischer:innen ver­die­nen weni­ger Geld.

 

Mehr Schif­fe bedeu­ten weni­ger Fisch © photoneye/iStock/Getty Images

Regie­run­gen soll­ten Geld für die rich­ti­gen Sub­ven­tio­nen ausgeben

Natür­lich sind nicht alle Aus­ga­ben schlecht. Tat­säch­lich kön­nen staat­li­che För­de­run­gen für die rich­ti­gen Din­ge dem Meer, den Fischer:innen und dem Markt hel­fen. Fische­rei­öko­no­men haben unter­sucht, was pas­siert, wenn Regie­run­gen ihre Sub­ven­ti­ons­pro­gram­me refor­mie­ren. Das Ergeb­nis: Die wirt­schaft­li­chen und öko­lo­gi­schen Ergeb­nis­se ver­bes­sern sich erheb­lich, wenn die Aus­ga­ben so umge­lenkt wer­den, dass nach­hal­ti­ge Manage­ment­prak­ti­ken geför­dert wer­den und  sie den Fischer:innen direkt zu Gute kom­men. Die Welt­bank schätzt, dass ein effek­ti­ves Manage­ment der glo­ba­len Mee­res­fi­sche­rei und die Erho­lung der Fisch­be­stän­de zu höhe­ren Ein­nah­men von mehr als 83 Mil­li­ar­den Euro pro Jahr füh­ren würde.

Jetzt ist der Moment, um für das Meer zu entscheiden!

Die Abschaf­fung und Umlen­kung schäd­li­cher Fischerei­sub­ven­tio­nen ist ein ent­schei­den­der Schritt für die Erho­lung der Mee­re und für die wirt­schaft­li­che, sozia­le und öko­lo­gi­sche Nach­hal­tig­keit des Fische­rei­sek­tors. Es ist an der Zeit, den Exper­ten zuzuhören. 

Wir als WWF for­dern zusam­men mit über 170 Orga­ni­sa­tio­nen die WTO auf, ein Ende schäd­li­cher Fischerei­sub­ven­tio­nen zu beschlie­ßen. Damit welt­weit kei­ne öffent­li­chen Mit­tel mehr für die Über­fi­schung und die Schä­di­gung der Lebens­grund­la­ge von Küs­ten­ge­mein­den bereit­ge­stellt wer­den. Es ist Zeit zu handeln.

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Fischerei-Expertin des WWF

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