Schlingfallen: Kampf dem Tod im Wald


Gefange Schleichkatze in einem Wald in Vietnam. Auch sie werden füpr Buschfleisch gejagt
Gefangen: Wie so viele ging dieser Larvenroller in die Falle. Sein Todesurteil © WWF Vietnam

Es ist ein  stetiger Kampf gegen das sogenannte Buschfleisch: Immer wieder erreichen mich solche Bilder von meinen Kollegen aus Vietnam. Denn täglich durchstreifen hier Patrouillen die dichten Bergwälder und holen jedes Jahr zig tausend Schlingfallen heraus.

Buschfleisch aus der Drahtschlinge

Die Wilderer bauen entlang der Grenze nach Laos diese einfachen, aber hoch wirkungsvollen Fallen. Deren Drahtschlingen sind oft aus Bremszüge von Motorrädern gebaut. Häufig verletzen sich die Tiere so stark in den Drahtschlingen, dass Rettung zu spät kommt. Wenn meine Kollegen Tiere noch lebendig befreien können, dann müssen sie schauen wie stark die Verletzungen ausgeprägt sind.

Doch kein Buschfleisch: der WWF ranger rettet die Schleichkatze aus der Falle
Die Katze wurde doch kein Buschfleisch: Der WWF Ranger rettet sie Schleichkatze aus der Falle © WWF Vietnam

Manchmal werden die verletzten Tiere mit zur Rangerstation genommen und dort versorgt. Wie in diesem Video.

Schlingfallen in Vietnam

Es ist ein stetiger Kampf gegen das Buschfleisch: Unsere Kollegen aus Vietnam haben ganze 86.580 Schlingfallen in den letzen sechs Jahren aus den Bergwäldern geborgen ►►► https://blog.wwf.de/schlingfallen/ Wir sagen: DANKE für euren Einsatz, liebe Kollegen!

Publié par WWF Deutschland sur mardi 7 février 2017

86.584 Fallen wurden in sechs Jahren geborgen

Leider ist die Wilderei allgegenwärtig. Sie findet auch in den Schutzgebieten statt. Wir müssen vor allem die Wilderei und den illegalen Handel mit Buschfleisch beenden, sonst nützt das beste Reservat nichts. Buschfleisch gilt bei Städtern und vietnamesischen Touristen als begehrte Delikatesse. Wie intensiv inzwischen Wilderer die Region durchkämmen, wird beim Blick auf die Statistik deutlich. Exakt 86.584 Drahtschlingen haben meine Kollegen in sechs Jahren in den beiden Saola-Schutzgebieten in Zentralvietnam aufgespürt und unschädlich gemacht. Damit hätte man einen Alteisenhandel betreiben können!

3000 Personen ertappt

Über 3000 Personen wurden in den Wäldern bei illegalen Aktivitäten ertappt und verwarnt oder angeklagt. Mittlerweile bilden die beiden Saola-Schutzgebiete wichtige Mosaiksteine eines mehr als 200.000 Hektar großen Schutzgebietsnetzwerks, das sich bis nach Laos erstreckt. Davon profitiert nicht nur das sagenumwobene Saola-Waldrind, das nur in diesem Teil Vietnams vorkommt. Denn in der Heimat des Saola, den bis 2000 Meter hohen Gipfeln der zentralannamitischen Kette im Herzen Vietnams und Laos, leben auch andere seltene Arten wie der Rotschenkel-Kleideraffe und der Nördliche Gelbwangen-Schopfgibbon.

Ihr wollt auch etwas gegen die Wilderei tun? Hier entlang! #StoppWilderei weltweit
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Über mich
Stefan Ziegler

Schon im Alter von 15 war klar, dass ich bei einer internationalen Naturschutzorganisation arbeiten wollte. Biologiestudium und einige Jahre in der Entwicklungszusammenarbeit in Guinea und Vietnam haben mich schließlich zum WWF geführt, wo ich für unser Engagement in Südostasien zuständig bin. Und auch nach Dienstschluss haue ich für den WWF auf die Pauke - am Schlagzeug in unserer in-house Band.

1 Kommentar

  1. Schulz Lothar
    8. Februar 2017
    Antworten

    Ich finde das unmöglich mit den Schlingfallen ,warum müssen Tiere darunter leiden.Warum können die Leute die die Schlingfallen aufhängen nicht selber in der Falle hängen bleiben.

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