#protectwater: 375.648 Unterschriften für unser Wasser


Wasserrahmenrichtlinie: Otter
Dieser Otter würde auch unterschreiben. © Global-Warming-Images/WWF

Das Wasser schützen, #protectwater, das ist unser Ziel. Wir haben Euch gebeten uns mit Eurer Unterschrift zu helfen – und das habt ihr getan! Herzlichen Dank für Euer Engagement für einen strengen Schutz unserer Flüsse, Seen und Grundwasser in Deutschland und Europa. Wir haben Eure 375.648 Stimmen an den Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth übergeben mit der Aufforderung sich für den Erhalt und die bessere Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) einzusetzen. Eure Stimme war, ist und bleibt wichtig.

Wasserrahmenrichtlinie was? Um was ging es eigentlich noch mal?

Die WRRL ist ein irre sperriges Wort – sie ist aber sehr sinnvoll. Sie verpflichtet die europäischen Mitgliedsstaaten zum Schutz der Gewässer. In einem sogenannten „Fitness Check“ überprüft die EU Kommission derzeit, ob sie noch ihren Zweck erfüllt. Entscheidet die Kommission, dass die Wasserrahmenrichtlinie neu verhandelt werden muss, droht eine Aufweichung des Gewässerschutzes.

Wasserrahmernrichtline: Stimmenübergabe an Umwelt Staatssekretär Jochen Flasbarth in Hamburg
Stimmenübergabe an Umwelt Staatssekretär Jochen Flasbarth (3.v.r.) in Hamburg © WWF

Was für unser Wasser auf dem Spiel steht:

Zentrale Teile der Richtlinie sind ein Verschlechterungsverbot und eine Verbesserungspflicht. So müssen für die wirtschaftliche Entwicklung in Europa Lösungen gefunden werden, die verhindern, dass sich der ökologische Zustand der Wasserkörper weiter verschlechtert. Zudem wird gefordert, den Zustand aller Gewässer systematisch zu verbessern. Die WRRL schreibt vor, dass alle Gewässer in der EU bis 2015, in Ausnahme­fällen bis 2027, in einem „guten ökologischen“ und „guten chemischen Zustand/oder Potenzial“ sein müssen. Für Grundwässer ist ein „guter mengenmäßiger“ und „guter chemischer Zustand“ zu erreichen.

Unseren Gewässern geht es schlecht

Nur 8,2 Prozent der Oberflächengewässer in Deutschland befinden sich in einem ökologisch guten Zustand. Nur diese geringe Zahl an Gewässern bietet den gewässertypischen Tieren und Pflanzen ein Zuhause. In allen anderen Gewässern können sich  viele Arten heute nicht mehr fortpflanzen und kommen nicht mehr vor!

Auch um die chemische Gewässerqualität der Flüsse steht es schlecht. Allein auf Grund der flächendeckenden Belastung mit Quecksilber werden, außer im Saarland, in alle Flüssen die Grenzwerte überschritten. Über die Nahrungskette gelangt dieser Schadstoff am Ende auch auf unseren Teller.

Ohne einen strengen Gewässerschutz, der die Landwirtschaft zum Umdenken zwingt, wird in Zukunft die Wasser erheblich teurer! Auch für den Verbraucher! Schon heute gilt ein Drittel des Grundwassers wegen einer zu hohen Nährstoffzufuhr aus der Landwirtschaft als belastet.

Viele Gewässer in Deutschland sind in einem schlechten Zustand und die Politik investiert nicht genug in ihre Verbesserung. Wer jetzt die Wasserrahmenrichtlinie ändern will, der spielt mit dem Zustand unserer Gewässer – und der Ökosysteme, die davon abhängig sind. Unsere Lebensgrundlagen werden damit leichtfertig auf´s Spiel gesetzt.

Was fordern wir zur Wasserrahmenrichtlinie:

Gemeinsam setzen wir uns mit 130 Organisationen sowie als „Living Rivers Europe-Koalition“ dafür ein, unser Wasser von der Krankenstation zu holen. Wir müssen die Wasserrahmenrichtlinie nach knapp 20 Jahren endlich konsequent umzusetzen! Das kann für uns nur heißen: Die Bundesregierung muss sich auf EU-Ebene deutlich gegen die Öffnung und damit Aufweichung der Wasserrahmenrichtlinie einsetzen.

Es fühlt sich gut an, Euch alle dabei hinter uns zu wissen. Danke!

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Über mich
Oliver Samson

Journalist und jetzt Redakteur beim Panda - weil unverändert überzeugt, dass wir Menschen es besser hinkriegen können. Noch immer optimistisch mit guten Vorsätzen.
Beatrice Claus

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Ich lebe in Bremen und bin dankbar, in Europa geboren zu sein. Seit 30 Jahren verbinde ich mein Engagement für Umwelt- und Naturschutz mit meinem Beruf, davon 20 Jahre beim WWF. Mich treibt u.a. der Wunsch an, meinen Kindern eine lebenswerte Umwelt zu erhalten. Es ist zwar noch eine weiter Weg dahin, aber ohne die europäischen Regelungen würde in Deutschland weniger Umweltschutz umsetzbar sein.

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