Kuh der Woche: Weis­ses Pul­ver


Aus der Vogelperspektive: Eine Plastikkuh steht in einem Häufchen Zucker.
Kuh der Woche beim Zuckerschlecken © Roland Gramling, WWF

Die zucker­sü­ße Pres­se­schau zur zwei­und­vier­zigs­ten Kalen­der­wo­che star­tet mit einer gelun­ge­nen Gue­ril­la-Akti­on:  Der Bau­ern­ver­band Schles­wig-Hol­stein hat mit Pro­test-Sti­ckern auf Pro­dukt­ver­pa­ckun­gen gegen „Bil­lig-Fleisch, Bil­lig-Milch, Bil­lig-Eier“ demons­triert. Lei­der ist der deut­sche Bau­ern­ver­band in der Ver­gan­gen­heit nicht gera­de durch For­de­run­gen nach mehr Nach­hal­tig­keit und ver­nünf­ti­ge­re Fleisch­pro­duk­ti­on auf­ge­fal­len. Zuletzt wur­de etwa unser Ein­kaufs­rat­ge­ber Fleisch kri­ti­siert.

Ange­kün­dig­te Natur­schutz-Offen­si­ve

Abzu­war­ten bleibt auch, wie sich der Bau­ern­ver­band (und ande­re Lob­by­grup­pen) zu der neu­en Natur­schutz-Offen­si­ve des Bun­des­um­welt­mi­nis­te­ri­ums  ver­hal­ten wird. Minis­te­rin Hend­ricks hat das Papier in die­ser Woche vor­ge­stellt (hier die Bewer­tung des WWF und ande­rer Umwelt­ver­bän­de). Dar­in heißt es unter ande­rem: „Agrar­sub­ven­tio­nen nach 2020 abschaf­fen – Land­wir­tin­nen und Land­wir­te für kon­kre­te Natur­schutz-Leis­tun­gen bezah­len.“ Hört sich nach mei­nem Dafür­hal­ten sehr sinn­voll an.

Kuh der Woche: Zucker­sü­ße Dokus

Nach­dem der SPIEGEL bereits vor drei Jah­ren in einer Titel­sto­ry über die „Dro­ge Zucker“ berich­tet hat, scheint das The­ma über die Schäd­lich­keit zucker­sü­ßer Lebens­mit­tel immer mehr Fahrt auf­zu­neh­men. Bei einem Kino­be­such die­se Woche ist mir der knal­li­ge Trai­ler zu „Voll ver­zu­ckert“ auf­ge­fal­len. Und zugleich wid­me­te sich ARTE ver­gan­ge­nen Diens­tag mit einem The­men­abend aus­führ­lich der „gro­ßen Zucker­lü­ge“. Ein etwas rei­ße­ri­scher Titel. Aber ein span­nen­des The­ma und eine sehens­wer­te  Doku. So lang­sam dürf­te man in den Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ab­tei­lun­gen der Zucker-Indus­trie an geeig­ne­ten Sprach­reg­lun­gen fei­len.

Von Zucker bis Palm­öl

Auch der WWF arbei­tet (unter dem Aspekt öko­lo­gi­scher Aus­wir­kun­gen) zum The­ma Zucker. Ein Tipp von Gesund­heits­ex­per­ten und Anti-Sugar-Figh­tern ist übri­gens: So wenig ver­ar­bei­te­te Lebens­mit­tel wie mög­lich und – im Umkehr­schluss – so frisch wie mög­lich. Am bes­ten sel­ber kochen. Das wür­de im Übri­gen nicht nur den Zucker­kon­sum sen­ken. Zugleich ver­mei­det man dadurch natür­lich auch ande­re Zuta­ten, wie etwa Palm­öl. Wei­te­re Tipps für den mög­lichst nach­hal­ti­gen Ein­kauf gibt es hier.

Schmeckt’s noch?

Apro­pos: Wäh­rend der WWF gemein­sam mit Part­nern wie der Welt­hun­ger­hil­fe im Rah­men der Initia­ti­ve Genießt uns! auf der Ernäh­rungs­mes­se Anu­ga drei Unter­neh­men für ihr Enga­ge­ment gegen Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung aus­ge­zeich­net hat, gab es dort auch jede Men­ge – um es vor­sich­tig zu sagen – „Selt­sa­mes“. Sebas­ti­an Dal­kow­ski hat auf RP-ONLINE  ein Lis­ting mit „Bescheu­er­ten Lebens­mit­tel­neu­hei­ten“ zusam­men­ge­stellt.

Gib’ dem Affen Zucker

Ansons­ten muss man ja auch sagen: Kul­tu­rell ver­dan­ken wir dem Zucker – neben sünd­haft lecke­ren Kek­sen, Eis­creme, Scho­ko­la­de, Plätz­chen, Des­serts, Pud­ding, Kuchen und Tor­ten – auch eini­ge ande­re tol­le Sachen. Etwa den Ohr­wurm von The Archies  (So was von Sech­zi­ger!) oder die Adria­no Cel­en­ta­no Komö­die „Gib’ dem Affen Zucker“ (So was von Acht­zi­ger!).

Goril­las in Stutt­gart

Ein Affe ganz ande­rer Art sorg­te die­se Woche eben­falls für einen klei­nen Medi­en-Hype – vor allem in Baden-Würt­tem­berg (hier, hier und hier). Goril­la-Frau Mimi lebt seit 50 Jah­ren in der Stutt­gar­ter Wil­hel­ma. Zum Jubi­lä­um erhielt sie sogar eine Tor­te (wie viel Zucker da wohl drin war?). Zugleich fei­er­te der Zoo ein hal­bes Jahr­hun­dert Goril­la­hal­tung. Mit der DPA hat­te ich zuvor über die bedroh­ten, wil­den Goril­las gespro­chen und über Men­schen­af­fen­hal­tung in Zoos und die Bot­schaf­ter­rol­le von Mimi.

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Über mich
Roland Gramling

Roland Gramling ist Exil-Franke, Frankfurt-Fan und Berlin(West)-Bewohner. Nach dem Online-Journalismus-Studium in Darmstadt wechselte er auf die dunkle Seite der Macht und verkaufte seine Seele an die PR und Pressearbeit. Seit 2008 ist er Pressesprecher beim WWF Deutschland und seitdem auf der Suche nach dem Kuh des Lebens (oder zumindest der Woche). Er findet Pandas süß und Wölfe cool und hält Lady Gaga für die größte Poetin seit Oscar Wilde. Sonntags ist er stets am Tatort und damit grundsätzlich verdächtig. Kurzweilige Desorientierung ist mitunter beabsichtigt aber nie gewollt. Er kann nicht über sich selbst lachen und hält das auch noch für witzig. Fleisch kommt ihm nicht auf den Teller aber gerne mal unters Messer. Für ihn ist das Internet noch total Neuland-mäßig, aber die gedruckte Zeitung schon längst tot. In diesem Sinne: Muuuh!

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