Kuh der Woche: Kli­ma­wahn­sinn zur COP21


Plastikkuh vor WWF-Plakat zum Klimaschutz.
Kuh der Woche resümiert die COP21. © Roland Gramling / WWF

Die kli­ma­tisch früh­lings­haf­te Pres­se­schau zur 50. Kalen­der­wo­che star­tet mit Mur­phys Gesetz: Ein Phy­si­ker hat laut SPON errech­net, war­um Smart­pho­nes — ähn­lich wie die legen­dä­ren Mar­me­la­den­bro­te — oft­mals mit dem emp­find­li­chen Dis­play auf­schla­gen. Ich betrei­be an die­ser Stel­le kurz mal Pro­duct-Pla­ce­ment: Mein Fair­pho­ne ist drei­mal zu Boden gegan­gen und wur­de von einer Drag­queen in einem Spül­be­cken ver­senkt. Trotz­dem funk­tio­niert es noch immer per­fekt! Eat this, Apple!

Fleisch, Fleisch, Fleisch

Die ARD hat am Mon­tag im LEBENSMITTEL-CHECK und HART ABER FAIR Fleisch ser­viert. In der Talk­show habe ich dies­mal Schin­ken-König Jür­gen Abra­ham schmerz­lich ver­misst. Bis­her dach­te ich, der per­so­ni­fi­zier­te Schwarz­waldschin­ken hat bei dem The­ma ein Dau­er­ti­cket. Aber wahr­schein­lich hat­te er ein­fach bes­se­res vor. Ich kann es ihm nicht ver­den­ken. Wer kei­ne Zeit hat, die Sen­dun­gen (nach)zuschauen, dem genügt ein Blick in den WWF-Ein­kaufs­rat­ge­ber. Der sagt eigent­lich schon alles zum The­ma. Hört sich etwas nach Selbst­be­weih­räu­che­rung an? Ist es auch. Ansons­ten fiel mir ein Arti­kel in der BAYERISCHEN STAATSZEITUNG (lei­der nur Print) über eine vege­ta­ri­sche Uni-Men­sa auf. Eat this, Schwarz­waldschin­ken!

Kuh der Woche: Count­down zum COP21-Fina­le

Der Kuh der Woche, bzw. die Fra­ge der Woche: Was wird eher ver­schwun­den sein, mein Haupt­haar oder Ark­tis-Eis? Ich tip­pe auf ers­te­res. Aber immer­hin besteht für bei­des noch Hoff­nung. Am frü­hen Frei­tag­mor­gen kam die Mel­dung, dass die COP21 – trotz straf­fen Zeit­ma­nage­ments — nicht vor Sams­tag zu Ende gehen wird. Der vor­lie­gen­de Text­ent­wurf lässt immer­hin noch „alle Optio­nen offen“, so die Ein­schät­zung von WWF-Kol­le­gin Regi­ne Gün­ther. Den Dele­gier­ten (und wahr­schein­lich auch sich selbst) wünscht sie „Ner­ven wie Draht­sei­le“ für die wohl anste­hen­de Nacht­sit­zung. Mor­gen wer­den wir mehr wis­sen. Falls es (ent­ge­gen unse­rer Hoff­nung) ein Schei­tern wird, müs­sen die Men­schen eben wei­ter vor­an­ge­hen und ihre Regie­run­gen vor sich her­trei­ben. Wer übri­gens von der Cli­ma­te-Queen des WWF ver­ständ­li­cher­wei­se nicht genug bekom­men kann, hat noch die Mög­lich­keit ein Inter­view von ihr in der ZDF-Media­thek anzu­schau­en (ab Time­code Minu­te 5). Eat this, Cli­ma­te Chan­ge!

Kli­ma­wahn­sinn

Manch­mal ist das Zögern und Zau­dern der inter­na­tio­na­len Staa­ten­ge­mein­schaft im Kampf gegen den Kli­ma­wan­del wirk­lich schwer zu ertra­gen. Wie seriö­se Kli­ma-Wis­sen­schaft­ler mit die­sem poli­ti­schen Wahn­sinn umge­hen, beschrieb die­se Woche DIE WELT unter dem Schlag­wort „Gefühl­ter Welt­un­ter­gang“. Beson­ders schwer zu ertra­gen sind in die­sem Zusam­men­hang die Aus­sa­gen von Donald „Ich bin sowie­so der geils­te“ Trump. Der US-Prä­si­dent­schafts­kan­di­dat scheut bekannt­lich auch nicht davor zurück, dem Papst in Glau­bens­fra­gen eine Lek­ti­on zu ertei­len: „Ich glau­be nicht an den Kli­ma­wan­del!“ Es gibt so vie­le Din­ge, die ich ger­ne über Trump sagen wür­de, mir aber an die­ser Stel­le ver­knei­fe. Und das nur, weil ich halb­wegs wohl erzo­gen bin und mich auch in Online-Foren zu zügeln weiß. Des­halb lass ich den Weiß­kopf­see­ad­ler für mich spre­chen. Eat this, Donald Trump!

Debat­ten­kul­tur

Auch der Pun­ker unter den SPON-Kolum­nis­ten (Nein, ich mei­ne NICHT Jan Fleisch­hau­er!) hat sich zu Debat­ten im Inter­net geäu­ßert. In sei­nem aktu­el­len Bei­trag bemän­gelt Sascha Lobo eine kaput­te Dis­kus­si­ons­kul­tur. Und schielt damit nicht nur auf Trump, son­dern auch auf die AFD und Frau­ke Petry. Ich kann in die­ser Hin­sicht aus per­sön­li­cher Betrof­fen­heit auch schnell per­sön­lich wer­den. Man den­ke nur an die homo­pho­ben Ent­glei­sun­gen von der Ber­li­ne­rin Bea­trix von Stör­chin und die Stutt­gar­ter “Demos für Alle”. Ich glau­be, die meis­ten Men­schen, die dort mar­schie­ren haben zu viel Angst, Zau­dern und Dun­kel­heit in ihrem Leben. Mehr Glit­zer, Freu­de und Lie­be wür­de ihnen gut tun. Hört sich kit­schig an? Mei­net­we­gen! Ich fin­de, der ver­roh­ten Debat­ten­kul­tur soll­te man (anders als zum Bei­spiel die Anti­fa) viel mehr Kitsch, Roman­tik und (Selbst)Ironie ent­ge­gen­set­zen. Von alle­dem hat das Video von sechs jun­gen Trans­se­xu­el­len mehr als genug. Eat this, AFD!

Ode an die Freu­de

Umso mehr in Deutsch­land, Frank­reich und Polen EU-Feind­lich­keit um sich greift, umso stär­ker schlägt mein euro­päi­sches Herz, umso mehr ent­flammt mein euro­päi­scher Patrio­tis­mus und umso mehr wächst mei­ne Lie­be zu der blau­en Fah­ne mit den Ster­nen. Euro­pa und ich: Wir haben eine nicht immer ein­fa­che Bezie­hung, aber immer­hin haben wir eine Bezie­hung. Und so been­de ich den heu­ti­gen Blog mit einem tol­len Flashmob zur EU-Hym­ne „Ode an die Freu­de“, die ja nun wirk­lich wesent­lich schö­ner ist als unser lang­wei­li­ges „Deutsch­land­lied“ mit der his­to­risch ver­brann­ten ers­ten und einer lyrisch schlicht bescheu­er­ten zwei­ten Stro­phe. Eat this, Anti-Euro­pä­er!

Freu­de, schö­ner Göt­ter­fun­ken, Toch­ter aus Ely­si­um…“

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Über mich
Roland Gramling

Roland Gramling ist Exil-Franke, Frankfurt-Fan und Berlin(West)-Bewohner. Nach dem Online-Journalismus-Studium in Darmstadt wechselte er auf die dunkle Seite der Macht und verkaufte seine Seele an die PR und Pressearbeit. Seit 2008 ist er Pressesprecher beim WWF Deutschland und seitdem auf der Suche nach dem Kuh des Lebens (oder zumindest der Woche). Er findet Pandas süß und Wölfe cool und hält Lady Gaga für die größte Poetin seit Oscar Wilde. Sonntags ist er stets am Tatort und damit grundsätzlich verdächtig. Kurzweilige Desorientierung ist mitunter beabsichtigt aber nie gewollt. Er kann nicht über sich selbst lachen und hält das auch noch für witzig. Fleisch kommt ihm nicht auf den Teller aber gerne mal unters Messer. Für ihn ist das Internet noch total Neuland-mäßig, aber die gedruckte Zeitung schon längst tot. In diesem Sinne: Muuuh!

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