Kuh der Woche: Spieg­lein, Spieg­lein…


Die­se Woche wur­de „Ter­ror“ zum TV-Event — und damit mei­ne ich kei­nen Auf­tritt von Donald Trump, wobei ich des­sen Reden durch­aus als Angriff auf mei­nen Intel­lekt bezeich­nen möch­te. Viel­mehr gelang der ARD mit der Insze­nie­rung des Thea­ter­stücks „Ter­ror“ ein Medi­en­coup. Am Tag nach­dem sich knapp 90 Pro­zent der Zuschau­er (Nein, es war kei­ne Volks­be­fra­gung und kei­ne reprä­sen­ta­ti­ve Umfra­ge!) für den Frei­spruch eines (wohl­ge­merkt fik­ti­ven) Luft­waf­fen­pi­lo­ten ent­schie­den haben, über­schlu­gen sich das Feuil­le­ton – pen­delnd zwi­schen begeis­ter­ter oder empör­ter Hys­te­rie — mit Kom­men­ta­ren, Ein­ord­nun­gen, Ana­ly­sen. Man muss sich das vor­stel­len: Am Mon­tag strahlt die ARD einen Film aus und fragt die Zuschau­er nach ihrer Mei­nung (Wow, wie inno­va­tiv! Als hät­te es DSDS oder GNTM nie gege­ben!) und am Diens­tag ist das Ergeb­nis Auf­ma­cher des ZDF HEUTE JOURNALS. Kann man machen. Muss man aber nicht.

Gru­sel-Tweets und Reh­au­gen

Mein Lieb­lings-Tweet zum Ter­ror-Abend kam von SZ-Jour­na­lis­tin Lara Fritzsch:

Apro­pos gru­se­lig: Wie hät­ten die Zuschau­er wohl abge­stimmt, wenn sich die ARD getraut hät­te, den Luft­waf­fen­pi­lo­ten „gegen den Strich“ zu beset­zen? Immer­hin bezirz­te der sexy-smar­te Flo­ri­an David Fitz als Ange­klag­ter scham­los das rich­ten­de Publi­kum mit sei­nen sanf­ten Reh-Augen. Wer will sich von dem bit­te­schön nicht ret­ten las­sen? Der dürf­te mich sogar ent­füh­ren! Muti­ger wäre es gewe­sen die Rol­le mit jeman­dem zu beset­zen, der klas­si­scher­wei­se unsym­pa­thi­sche Böse­wich­ter spielt und viel­leicht nicht unbe­dingt so gut aus­schaut wie Fitz. Also zum Bei­spiel Til Schwei­ger Wotan Wil­ke Möh­ring Mat­thi­as Schweig­hö­fer Na gut, viel­leicht hät­te man ja doch Franz Josef Jung für die Rol­le anfra­gen sol­len.

Kuh der Woche: Der Zoo-Spie­gel

Auf purem Pro­test gegen die media­le Hys­te­rie ange­sichts des ARD-Ter­rors kommt der Kuh der Woche dies­mal ganz bewusst unschul­dig und unauf­ge­regt daher. Ja, sogar fast neben­säch­lich. Dafür aber unglaub­lich süß. Min­des­tens so süß wie Flo­ri­an David Fitz. Der Köl­ner Zoo hat in den Gehe­gen von Tiger, Wasch­bär und Co einen Spie­gel mit ver­steck­ter Kame­ra ver­gra­ben und gefilmt, wie die Tie­re auf ihr eige­nes Spie­gel­bild im Boden reagie­ren.  Her­aus­ge­kom­men sind unglaub­lich nied­li­che Auf­nah­men von neu­gie­ri­gen Tigern und Erd­männ­chen, erha­be­nen Giraf­fen, vor­lau­ten Vögel oder einem klei­nen Wasch­bä­ren. Kurz­um: Ein Video, dass ein­fach gute Lau­ne macht!

Quak!

Seit Jahr­zehn­ten geht es Frö­schen und ande­ren Amphi­bi­en an den Kra­gen. Schuld ist der Pilz Batracho­ch­y­t­ri­um dend­ro­ba­ti­dis, der die Tie­re infi­ziert und schließ­lich umbringt. Schuld ist jedoch auch der Mensch, der durch Lebens­raum­zer­stö­rung oder Kli­ma­wan­del amphi­bi­sche Tie­re anfäl­li­ger für den gefähr­li­chen Pilz macht. Doch nun gibt es Hoff­nung: Die aktu­el­le ZEIT berich­tet von einer Evo­lu­ti­on im Zeit­raf­fer: Ein Gebirgs­frosch aus Ame­ri­ka, der in den ver­gan­ge­nen Jah­ren von dem Pilz dahin­ge­rafft wur­de, scheint ein „Gegen­mit­tel“ ent­wi­ckelt zu haben. Sein Bestand sta­bi­li­siert sich. Weni­ger gute Frosch-News kom­men dage­gen aus Süd­ame­ri­ka: Ein Mas­sen­ster­ben der Tel­mato­bi­us-Frö­sche muss dort beob­ach­tet wer­den. Die Tie­re gehö­ren zu den größ­ten Frö­schen der Welt und gel­ten als die “Gigan­ten vom Titi­ca­ca”.  Über 10.000 Frosch­lei­chen wur­den in den ver­gan­ge­nen Tagen gefun­den. Auch tote Vögel, die die Frö­sche fres­sen, wur­den ent­deckt. Als Ursa­che wird eine Ver­schmut­zung des Titi­ca­ca-Öko­sys­tems ver­mu­tet.

Eine Legen­de kehrt zurück

Hof­fent­lich ist Ker­mit, der berühm­tes­te Frosch der TV-Geschich­te, nicht im Titi­ca­ca son­dern im Titi­see zuhau­se. Wäh­rend die aktu­el­le Neu­auf­la­ge der Mup­pets-Show wegen schlech­ter Quo­ten übri­gens bereits wie­der Geschich­te ist, kommt eine ande­re, nicht weni­ger musi­ka­li­sche und bun­te Trup­pe aus der Pup­pen­werk­statt von Jim Hen­son zurück. Der US-Sen­der HBO hat die Frag­gels digi­tal auf­be­rei­tet. Die Show war schon vor drei­ßig Jah­ren ziem­lich absurd. Wohl­ge­merkt kon­sul­tie­ren die Vie­cher bei Pro­ble­men eine all­wis­sen­de Müll­hal­de! Öko-Wahn­sinn pur! In die­sem Sin­ne: „Sing und schwing das Bein!“

Bio­di­ver­si­tät kann auch lus­tig

Lus­tig geht es nicht nur bei den tan­zen­den Pup­pen, son­dern auch im Tier­reich mit­un­ter zu. Durch eine Foto­stre­cke des GUARDIAN wur­de ich auf den COMEDY WILDLIFE PHOTOGRAPHY AWARDS auf­merk­sam. Gekürt wer­den die wit­zigs­ten Bil­der aus dem reich­hal­ti­gen Reper­toire der welt­wei­ten Bio­di­ver­si­tät. Der Humor ist nur ein wei­te­rer Grund dafür, war­um wir drin­gend umsteu­ern müs­sen. Mehr dazu in der nächs­ten Woche. Dann ver­öf­fent­li­chen wir näm­lich unse­ren neu­en Living Pla­net Report. Lei­der sind die Ergeb­nis­se auch dies­mal wie­der ernüch­ternd und ver­deut­li­chen, wel­chen gigan­ti­schen Her­aus­for­de­run­gen wir uns noch stel­len müs­sen. Umso wich­ti­ger, sei­nen Humor nicht zu ver­lie­ren.

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