Kuh der Woche: An Apple a day


Plastikkuh knabbert an einem Apfel
Kuh liebt Apfel © Roland Gramling / WWF

Die (Lügen-)Presseschau star­tet mit der Stel­len­an­zei­ge der Woche: Laut BILD-Zei­tung sucht die AfD für die Bun­des­tags­wahl 2017 nicht nur eine PR-Agen­tur, son­dern auch einen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­fi in Fest­an­stel­lung. Oder wie TURI2 süf­fi­sant schreibt: einen „Lügen­pres­se­spre­cher“.

Busi­ness Punk

Zum Medi­um der Woche küre ich hier­mit in einem sub­jek­ti­ven und herr­lich intrans­pa­ren­ten Ver­fah­ren BUSINESS PUNK. Wem der Titel als Ant­ago­nis­mus erscheint, soll­te einen Blick in die Media-Daten ris­kie­ren. Hier heißt es, das Maga­zin sei „für alle, die etwas bewe­gen wol­len“ und mische „die gro­ßen Erfolgs­sto­rys einer jun­gen Unter­neh­mer­ge­nera­ti­on mit der Pop­kul­tur des digi­ta­len Zeit­al­ters“. Aha. Was heißt das jetzt kon­kret? Zunächst ein­mal ist das alles — vom Selbst­test „Wie sehr Trump bist du“ bis zum „Mark Maker“ — erschre­ckend amü­sant. Zumin­dest wenn man es mit einem Augen­zwin­kern betrach­tet. Auf die Zeit­schrift auf­merk­sam gewor­den bin ich übri­gens durch einen Arti­kel in der aktu­el­len Print­aus­ga­be. Es geht um einen Ex-Ban­ker, der in Afri­ka Süd­chi­ne­si­sche Tiger züch­tet. Hört sich irgend­wie etwas durch­ge­knallt an? Aber auf jeden Fall!

Eliza­beth ver­sus Vic­to­ria

Apro­pos: Sen­den wir fix herz­li­che Geburts­tags-Grü­ße nach Groß­bri­tan­ni­en. Die Queen fei­ert Geburts­tag. Die bri­ti­sche Köni­gin, deren Fami­lie dem WWF in viel­fäl­ti­ger Wei­se ver­bun­den ist, avan­cier­te nicht nur wegen ihres far­ben­froh-exzen­trisch-bri­ti­schen Klei­dungs­stils zum Para­dies­vo­gel unter den Mon­ar­chen. Anläss­lich des Freu­den­tags prä­sen­tiert CNN in einer wirk­lich cool design­ten Gra­fik zwei Herr­sche­rin­nen und zwei Zeit­al­ter: Eliza­beth ver­sus Vic­to­ria.

Kuh der Woche: Apple meets Pan­da

Der Apfel und der Pan­da­bär ver­ei­nen sich zum Kuh der Woche! Anläss­lich des Earth Day gehen noch bis zum 24. April sämt­li­che Ein­nah­men aus Ver­käu­fen aus­ge­wähl­ter Apple-Apps zu 100 Pro­zent an den WWF. Außer­dem wur­den die Pro­gram­me mit neu­en Inhal­ten bestückt, rund um Wäl­der, Mee­re, Süß­was­ser, Wild­life, Nah­rungs­mit­tel und Kli­ma. Anläss­lich der Akti­on Apps for Earth wird Mar­co Voll­mar (Kom­mu­ni­ka­ti­on und Kam­pa­gnen beim WWF Deutsch­land), heu­te im Apple-Store Ber­lin erzäh­len, wie Pin­gui­ne mit GPS-Daten geschützt wer­den und was der Mensch vom Bär­tier­chen ler­nen kann.  Pas­send dazu hat sich die FUN­KE-Medi­en­grup­pe mit der Umwelt­bi­lanz der High­tech-Bran­che aus­ein­an­der­ge­setzt. Dar­in attes­tiert GREENEPACE: „(…) ande­re Unter­hal­tungs­elek­tro­nik­un­ter­neh­men soll­ten App­les Bei­spiel fol­gen damit die Indus­trie ihren Ein­fluss gebrau­chen kann, um Gerä­te zu bau­en, die bes­ser für die Men­schen und für den Pla­ne­ten sind.“

Rat­ten­fän­ger Rel­oa­ded

Mär­chen­haft geht es wei­ter. Laut den Gebrü­dern Grimm gelang es dem berühm­ten Rat­ten­fän­ger der­einst, die Stadt Hameln von ihrer Pla­ge zu erlö­sen. Weni­ger Erfolg hat­te lei­der die ROYAL SOCIETY FOR THE PROTECTION OF BIRDS  bei ihrem Ver­such die ein­ge­schlepp­ten Nager von der Pazi­fik­in­sel Hen­der­son Island zu ver­trei­ben. Ziel war es, sel­te­ne Vogel­ar­ten zu schüt­zen, denen die Rat­ten Eier und Küken steh­len. Alles sah zunächst nach einem Erfolg aus. Doch die Inva­so­ren haben letzt­lich gesiegt, wie die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG zu berich­ten weiß.

Groß­mutter mit der gro­ßen Knar­re

Nicht nur Umwelt­schüt­zer wol­len alte Mär­chen neu erfin­den. Auch die Waf­fen­lob­by in den USA. Wie etwa TAGESSCHAU.DE  oder EL PAIS berich­ten. In den neu­en Ver­sio­nen wird Rot­käpp­chens Groß­mutter ein Gewehr in die Hand gedrückt. Peng! Peng!

Darf es noch etwas Nack­tes sein?

Eine bal­lern­de Oma ist noch nicht schräg genug? Kein Pro­blem! Here we go: Abge­fah­re­ne Restau­rant­kon­zep­te buh­len bekannt­lich seit eini­ger Zeit vor allem in Metro­po­len um Kun­den. Bei­na­he schon ein alter Hut sind die „Blin­den-Restau­rants“, wie etwa das Ber­line NOCTI VAGUS. Öko­lo­gisch kor­rek­te Spe­zia­li­tä­ten bringt dage­gen RESTLOS GLÜCKLICH auf den Tisch. Das Ber­li­ner Team kocht nur mit geret­te­ten Lebens­mit­teln. Aus eige­ner Erfah­rung kann ich sagen: Super lecker! Ihren Hang zum schrä­gen Humor stel­len die Bri­ten dabei wie­der ein­mal unter Beweis: Laut STERN.DE soll in Lon­don das welt­weit ers­te Nackt-Restau­rant eröff­nen. Inklu­si­ve Umklei­de­ka­bi­nen. Na dann: Guten Appe­tit!

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Über mich
Roland Gramling

Roland Gramling ist Exil-Franke, Frankfurt-Fan und Berlin(West)-Bewohner. Nach dem Online-Journalismus-Studium in Darmstadt wechselte er auf die dunkle Seite der Macht und verkaufte seine Seele an die PR und Pressearbeit. Seit 2008 ist er Pressesprecher beim WWF Deutschland und seitdem auf der Suche nach dem Kuh des Lebens (oder zumindest der Woche). Er findet Pandas süß und Wölfe cool und hält Lady Gaga für die größte Poetin seit Oscar Wilde. Sonntags ist er stets am Tatort und damit grundsätzlich verdächtig. Kurzweilige Desorientierung ist mitunter beabsichtigt aber nie gewollt. Er kann nicht über sich selbst lachen und hält das auch noch für witzig. Fleisch kommt ihm nicht auf den Teller aber gerne mal unters Messer. Für ihn ist das Internet noch total Neuland-mäßig, aber die gedruckte Zeitung schon längst tot. In diesem Sinne: Muuuh!

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