Kuh der Woche: 7 Tage… unter Flei­schern


Der Coup (sprich "Kuh") der letzten Aprilwoche: Die Presseschau vor dem 1. Mai
Der Coup (sprich "Kuh") der letzten Aprilwoche: Die Presseschau vor dem 1. Mai © Roland Gramling

Zwist wohin man schau­te! Wir star­ten die streit­su­chen­de und streit­lus­ti­ge Pres­se­schau zur 18. Kalen­der­wo­che mit der unnö­ti­gen und zudem ver­wir­ren­den Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen Grü­nen-Poli­ti­ker Vol­ker Beck und TAZ-Kolum­nist Peter Unfried. Letz­te­rer wünscht sich mehr Schwu­le, die sagen „Ich bin öko und das ist auch gut so!“ (Aber ger­ne doch!). Ers­te­rer warnt in sei­ner Replik auf PUBLIKATIVE.ORG (fol­ge­rich­tig) vor der Ent­so­li­da­ri­sie­rung der Angry White Ökos. Ich muss geste­hen, so genau hab ich noch nicht ver­stan­den, wo der Dis­sens liegt.

Der Papst und das Welt­kli­ma

Viel­leicht geht es in der Aus­ein­an­der­set­zung auch schlicht dar­um, ob man sich beim Kampf gegen den Kli­ma­wan­del mit dem Papsts ver­bün­den darf — ohne zugleich die Sexu­al­mo­ral der katho­li­schen Kir­che befür­wor­ten zu müs­sen? Hin­ter­grund ist eine Kon­fe­renz zum Kli­ma­wan­del im Vati­kan und eine geplan­te Umwelt­en­zy­kli­ka. Punk­tu­el­le, stra­te­gi­sche Bünd­nis­se zu schlie­ßen, fin­de ich nicht anrü­chig son­dern ziel­füh­rend. Radi­ka­le Chris­ten in den USA gei­fern bereits mit Schaum vorm Mund. Die Theo­rie vom durch Men­schen­hand ver­ur­sach­ten Kli­ma­wan­del sei halt­los, heißt es in einem Appell an Fran­zis­kus. Der Ein­fluss von CO2 auf die glo­ba­le Tem­pe­ra­tur sei viel zu gering und bedeu­tungs­los. Selt­sam fin­de ich per­sön­lich, dass Krea­tio­nis­ten die Gott-gemach­te Sie­ben-Tage-Schöp­fung akzep­tie­ren kön­nen, aber nicht die Men­schen-gemach­te Kli­ma­ver­än­de­rung.

Bau­ern­auf­stand gegen VW

Ein unter­halt­sa­mes Schau­spiel wird laut FRANKFURTER RUNDSCHAU der­zeit in Wolfs­burg auf­ge­führt: Als hät­te VW nicht gera­de genug Pro­ble­me, droht Nie­der­sach­sens Land­volk­prä­si­dent Wer­ner Hil­se jetzt auch noch mit Volks­wa­gen-Boy­kott und spricht von Dis­kri­mi­nie­rung. Was ist gesche­hen? Unter dem Mot­to „vital, vege­ta­risch, vegan“ hat VW in sei­nen Kan­ti­nen zu gesun­der Ernäh­rung und Fleisch­ver­zicht auf­ge­ru­fen und the­ma­ti­siert auch die Umwelt­schä­den, den Res­sour­cen­ver­brauch und die Emis­sio­nen, die mit Fleisch in Zusam­men­hang ste­hen. Rich­tig so!

Die schöns­te aller Säue

Schwei­ne kön­nen übri­gens noch viel mehr als nur Wurst! Das beweist die­ser Tage (mal wie­der) die schöns­te Sau im Show-Geschäft: Miss Pig­gy wird — so weiß SPON zu berich­ten – als Frau­en­recht­le­rin aus­ge­zeich­net. Damit beweist die rosa­ro­te Diva mit dem fet­ten Schin­ken: Eman­zi­pa­ti­on klappt auch mit High-Heels, viel Make-Up und tol­len Fum­meln. Mit die­ser Sau haben wir echt Schwein gehabt!

Kuh der Woche: 7 Tage… unter Flei­schern

Schwei­nisch ist auch der Kuh der Woche: Der NDR schick­te die Jour­na­lis­ten Hans Jakob Rausch  und Fabi­en­ne Hurst zum Prak­ti­kum in eine Metz­ge­rei. „7 Tage…. unter Flei­schern“ heißt die­se lei­se, unauf­ge­regt, kraft­vol­le Stern­stun­de des Jour­na­lis­mus. Eine Doku­men­ta­ti­on die ihre Prot­ago­nis­ten nie vor­führt und zugleich so vie­les offen­bart. Steak essen, aber Tie­re strei­cheln und nicht töten wol­len — nicht nur die­ser Wider­spruch und Gegen­satz wird scho­nungs­los the­ma­ti­siert. Wenn Fabi­en­ne Hurst mit dem Gesel­len in der Dorf­knei­pe sitzt, schei­nen nicht nur Stadt und Land, Frau und Mann, son­dern gan­ze Welt­bil­der zusam­men­zu­pra­l­len. Am Ende ent­steht aus die­sem Clash eine her­vor­ra­gen­de Doku.

New­to­pia im Abseits

Weit ent­fernt von die­sem Niveau ist inzwi­schen New­to­pia. Unei­nig­keit zwi­schen Bewoh­nern und Pro­du­zen­ten führ­ten die­se Woche gar zur Abschal­tung des Live­streams. Inzwi­schen ver­lie­ßen Kan­di­da­ten die Show frei­wil­lig. So haben sich SAT1 und Pro­duk­ti­ons­fir­ma Tal­pa die Revo­lu­ti­on im “größ­ten TV-Expe­ri­ment aller Zei­ten” sicher nicht vor­ge­stellt. Wann in der Scheu­ne end­gül­tig die Lich­ter aus­ge­hen, scheint nur eine Fra­ge der Zeit zu sein. Die qua­li­ta­ti­ven Män­gel dürf­ten zwar nicht zur Abset­zung füh­ren, aller­dings sind die Quo­ten inzwi­schen auf unter 2 Mio. Zuschau­er abge­sun­ken – und spä­tes­tens hier hört die Geduld des Sen­ders ver­mut­lich auf. Scha­de um das For­mat und ver­schenk­tes Poten­ti­al.

Wo die wil­den Wöl­fe heu­len

Der letz­te Dis­sens für die­se Woche durf­te bei „Fakt Ist” im MDR aus­ge­tra­gen wer­den. Wolfs­geg­ner und ‑befür­wor­ter beka­men hier aus­rei­chend Platz für ihre Argu­men­te. Durch­aus sehens­wert – etwa an einem ver­reg­ne­ten 1.Mai-Nachmittag. In die­sem Sin­ne: Viel Spaß im lan­gen Wochen­en­de!

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