Kli­ma­st­reik ver­sus Kli­ma­pa­ket


Klimastreik auf der Strasse, Verzagtheit im KLimakabinett
Hunderttausende auf der Straße, wie hier in Berlin © Paul Brandes / WWF

1,4 Mil­lio­nen Men­schen gehen beim Kli­ma­st­reik in Deutsch­land auf die Stra­ße — und das Kli­ma­ka­bi­nett legt ein Papier vor, das die eige­nen Zie­le ver­fehlt.

Was für ein star­kes Signal für das Kli­ma: Hun­dert­tau­sen­de haben beim Kli­ma­st­reik am 20. Sep­tem­ber in ganz Deutsch­land ver­langt, dass die Bun­des­re­gie­rung end­lich ihren nöti­gen Bei­trag leis­tet, um die Erd­er­hit­zung zu stop­pen.

Kli­ma­pa­ket ver­fehlt selbst die eige­nen Kli­ma­zie­le

Das Kli­ma­ka­bi­nett hat am sel­ben Tag die Vor­schlä­ge zur Errei­chung der deut­schen Kli­ma­zie­le vor­ge­legt. Doch die Gro­ße Koali­ti­on legt in ihrem Kli­ma­pa­ket nur Ankün­di­gun­gen vor, mit denen sie selbst ihr eige­nes Kli­ma­ziel ver­fehlt, den Ver­brauch von Koh­le, Öl und Erd­gas bis 2030 zu hal­bie­ren. Beim Aus­bau der Erneu­er­ba­ren Ener­gi­en ver­sagt die Gro­ße Koali­ti­on kom­plett: Sie hat ihn schon zum Erlie­gen gebracht und heu­te neue zusätz­li­che neue Hür­den beschlos­sen. Ohne Erneu­er­ba­re kann der Kli­ma­schutz aber nicht gelin­gen.

Wir haben uns das Kli­ma­pa­kekt der Bun­des­re­gie­rung natür­lich sofort detail­liert ange­schaut. Auf Grün konn­ten wir bei kei­nem ein­zi­gen Punkt schal­ten.

Klimapaket Auswertung nach dem Klimastreik

Kli­ma­pa­ket: ver­zagt, ver­tagt, ver­sagt

Die­se Mischung aus Ver­za­gen, Ver­ta­gen und Ver­sa­gen ist kein akzep­ta­bles Ergeb­nis. Die Koali­ti­on muss bis Ende Novem­ber nach­lie­fern. Bis zur Welt­kli­ma­kon­fe­renz in Chi­le erwar­ten wir Geset­ze und Haus­halt­be­schlüs­se, die das Errei­chen des eige­nen 2030-Kli­ma­ziels sicher­stel­len und einen fai­ren Bei­trag zum Pari­ser Kli­ma­schutz­ab­kom­men ermög­li­chen. Dazu gehört auch die Unter­stüt­zung Deutsch­lands für ein höhe­res EU-Kli­ma­ziel.

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Noch feh­len in den Vor­schlä­gen des Kli­ma­ka­bi­netts die gro­ßen struk­tu­rel­len Ver­än­de­run­gen. Wir brau­chen eine schnel­le und wirk­sa­me CO2-Beprei­sung, im Strom­sek­tor einen euro­pä­isch-regio­na­len Min­dest­preis von zunächst 25 Euro, der in weni­gen Jah­ren auf 40 Euro ansteigt, um den Koh­le­aus­stieg zu beschleu­ni­gen.

Der Druck beginnt zu wir­ken

Das Kli­ma­pa­ket zeigt aber auch: Der ste­ti­ge öffent­li­che Druck an Frei­ta­gen und Wahl­sonn­ta­gen beginnt zu wir­ken. Schü­le­rin­nen, Schü­ler und jetzt auch immer mehr Erwach­se­ne haben end­lich ein Jahr­zehnt kli­ma­po­li­ti­schen Still­stands been­det. Jeder Ein­zel­ne, der heu­te bei­den den welt­wei­ten Aktio­nen auf der Stra­ße war, ver­dient unse­ren Dank.

Die ange­mes­se­ne Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung steht aber noch aus.

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Über mich
Michael Schäfer

Ich leite das Klima-Team des WWF Deutschland. Um die Erderhitzung zu stoppen und ihre schlimmsten Auswirkungen auf Menschen und Tiere zu verhindern, setzten wir uns dafür ein, dass Deutschland der Weg in eine treibhausgasneutrale Wirtschaftsweise gelingt - und wir dabei so erfolgreich sind, dass andere Länder mitziehen. Zudem engagieren wir uns in Brüssel und auf globaler Ebene für den Klimaschutz und arbeiten dabei mit dem starken internationalen WWF-Netzwerk zusammen, dessen Klimachef bei uns im Berliner WWF-Büro arbeitet. Wir freuen uns, wenn Ihr uns unterstützt, also beispielsweise unsere Beiträge teilt oder uns Eure Anregungen schreibt.

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