Kann man noch Sushi essen?


Sushi Teller
Foto: Riccardo Bergamini / Unsplash

Sushi essen hat wie vie­le schö­ne Din­ge einen Haken. Bei Sushi sind es die Mee­res­tie­re. Klas­sisch wird Sushi mit Lachs, Aal, Thun­fisch oder Gar­ne­len gemacht, deren Bestän­de oft über­fischt sind oder wo die Fische­rei oder Aqua­kul­tur die Umwelt stark beein­träch­tigt.

Aber darf man des­halb ab sofort nur noch Kap­pa-Maki, Oshin­ko und Shi­ta­ke essen, also die vege­ta­ri­schen Sushi-Arten? Oder gibt es auch nach­hal­ti­ge Alter­na­ti­ven mit Fisch?

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Wie immer hilft der Blick in unse­ren Fischrat­ge­ber. Dort steht, dass es eigent­lich nur noch drei Mee­res­tie­re gibt, die man guten Gewis­sens kon­su­mie­ren kann: Karp­fen, Wels und Aus­tern. Und das sind bekannt­lich nicht die klas­si­schen Sushi-Zuta­ten. Bei allen ande­ren Fischen muss man genau hin­schau­en, mit wel­cher Fang­me­tho­de sie gefan­gen wur­den, aus wel­chem Fan­ge­biet sie stam­men oder wel­che Umwelt­aus­wir­kun­gen die jewei­li­ge Aqua­kul­tur hat.

Also wie sieht es mit den belieb­tes­ten Sushi-Vari­an­ten aus?

Sake (Lachs)

Beim Lachs muss man genau hin­schau­en, wo die­ser her­kommt und mit wel­cher Metho­de er gefan­gen wur­de. Chi­le­ni­schen Zucht­lachs und Lang­lei­nen­fang leh­nen wir ab. Mit etwas Glück gibt es wild­ge­fan­ge­nen Lachs aus Alas­ka oder Zucht­lachs aus Bio-Aqua­kul­tur (am bes­ten mit Natur­land-Sie­gel). Man kann aller­dings davon aus­ge­hen, dass es im her­kömm­li­chen japa­ni­schen Restau­rant eher den güns­ti­gen (und damit schlech­ten) Zucht­lachs gibt.

Sake-Maki sind aus der Nach­hal­tig­keits­per­spek­ti­ve kei­ne gute Idee. Außer wenn Du dir sicher sein kannst, dass der Lachs Bio oder MSC-zer­ti­fi­ziert ist.

Cali­for­nia-Rolls

Für die belieb­ten Cali­for­nia-Rolls wird neben Avo­ca­do und Gur­ken meis­tens ein Mix aus Krabben/Krebsen und Krebs­fleisch-Imi­tat ver­wen­det. Das Krebs­fleisch kommt oft von den Phil­ip­pi­nen, aus Viet­nam, Thai­land oder Chi­na. Meis­tens wird hier nicht nach­hal­tig gefischt. Die Kreb­se wer­den immer klei­ner und es gibt viel Bei­fang.

Und das Krebs­fleisch-Imi­tat (Suri­mi) wird häu­fig aus Alas­ka-See­lachs her­ge­stellt. Der belieb­te Spei­se­fisch wird haupt­säch­lich im nörd­li­chen Pazi­fik gefan­gen, aber hier muss man genau hin­schau­en, aus wel­chem Fang­ge­biet er stammt. Ein wei­te­res Pro­blem: Suri­mi kann auch eine Viel­zahl ande­re Fisch­ar­ten ent­hal­ten – oft aus über­fisch­ten Bestän­den, wie zum Bei­spiel Heil­butt, Makre­len oder Schwert­fisch. Nur wenn dir das Sushi-Restau­rant ver­si­chern kann, dass das Krebs­fleisch und Suri­mi aus MSC-zer­ti­fi­zier­ten Fang stammt, kannst Du beherzt zugrei­fen!

Des­halb bes­ser Fin­ger weg von den Cali­for­nia Rolls.

Tek­ka- und Magu­ro (Thun­fisch)

Es gibt Blau­f­los­s­enthun (auch roter Thun genannt), Groß­au­g­enthun, Skip­jack und Gelb­flos­s­enthun. Es gibt gesun­de Bestän­de und bedroh­te. Aber selbst wenn nicht über­fischt wird, sind die Fang­me­tho­den oft­mals schlecht. Thun­fisch in Sushi-Restau­rants ist mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit nicht nach­hal­tig, da er oft mit Lang­lei­nen gefan­gen wird. Und dabei ent­steht viel Bei­fang.

Es sei denn, es han­delt sich um mit Angel- oder Hand­lei­nen gefan­ge­nen Gelb­flos­s­enthun oder Boni­to aus dem West-Pazi­fik. Oder um mit Angel­lei­nen gefan­ge­nen Groß­au­g­enthun aus dem Indi­schen Oze­an. Oder um Wei­ßen Thun aus dem Nord-Pazi­fik (mit Angel­lei­nen) oder Pazi­fi­schen Oze­an (mit Schlepp­an­geln).

Ihr seht schon: Thun­fisch ist eine kom­pli­zier­te Ange­le­gen­heit.

Unagi (Süß­was­ser-Aal)

Auch wenn es Aal noch an man­chen Fisch­stän­den und auch als Sushi gibt: Die Aal­be­stän­de sind welt­weit vom Aus­ster­ben bedroht.

Alarm­stu­fe Rot! Auf kei­nen Fall!

Ebi (Gar­ne­len bzw. Shrimps)

Die Schlepp­netz­fi­sche­rei auf tro­pi­sche Gar­ne­len ver­ur­sacht enor­me Bei­fang­men­gen. Und Zucht­gar­ne­len aus Süd­ost­asi­en sind eine Saue­rei für die Umwelt, da die Abwäs­ser aus den Shrimps­far­men Ver­un­rei­ni­gen aus Fäka­li­en, Fut­ter­res­ten, Anti­bio­ti­ka und Che­mi­ka­li­en in die umlie­gen­de Land­schaft spü­len. Außer­dem wer­den Man­gro­ven­wäl­der für die Far­men abge­holzt. Eine Alter­na­ti­ve sind Shrimps aus Bio-Aqua­kul­tur oder aus so genann­ten Zero-Input-Far­men.

Doch auch hier gilt: Im Zwei­fel wird das Sushi-Restau­rant eher die güns­ti­ge und damit schlech­te Wahl tref­fen. Und/ oder dir nicht sagen kön­nen, woher die Shrimps stam­men.

Des­halb: Fin­ger weg davon! Es sei denn, Du kannst dir sicher sein, dass die Shrimps Bio oder MSC-zer­ti­fi­ziert sind.

Fazit: Vege­ta­ri­sches Sushi — oder Sushi sel­ber machen

Es ist ein ernüch­tern­des Fazit. Ent­we­der man fin­det ein hoch­wer­ti­ges Sushi-Restau­rant, das auf Nach­hal­tig­keit Wert legt. Wenn man dir dort genau sagen kann, woher der Fisch stammt (und dabei die rich­ti­ge Ant­wort parat hat), dann darf man auch beherzt zugrei­fen. Doch das wird sel­ten sein.

Oder du kaufst dir nach­hal­ti­ge Zuta­ten selbst und machst dir dein Sushi zuhau­se. Dann kannst du dir sicher sein, was in dei­nen Röll­chen lan­det.

Wobei man natür­lich sagen muss, dass Nori-Algen und Kle­be­r­eis durch die lan­gen Trans­port­we­ge auch nicht die bes­te Kli­ma­bi­lanz haben.

Beim her­kömm­li­chen Asia­ten soll­test du bes­ser vega­nes oder vege­ta­ri­sches Sushi essen. Also doch die Kap­pa-Maki, Oshin­ko oder Shi­ta­ke bestel­len. Köst­lich. Und mit bes­se­rem Gewis­sen schmeckt das auch gleich noch­mal bes­ser. Und beim Ing­wer und Wasa­bi kannst du eh nach Her­zens­lust zuschla­gen…

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Katja Graf

Über mich
Katja Graf

„Ich liebe die Schiffe, das Meer und den Hafen…“ Auch als Berlinerin habe ich einen Hang zum Wasser, wenngleich der nächste Strand sehr weit ist. Beim Tauchen am Great Barrier Reef vor 10 Jahren habe ich meine Leidenschaft für die Unterwasserwelt entdeckt: Die bunten Fischschwärme, schillernden Korallen, Schildkröten und anderen Meeresbewohner haben mich sofort fasziniert. Damit das Leben in den Ozeanen erhalten bleibt, dafür kämpfe ich jetzt beim WWF. Ich unterstütze das Projekt „Fish Forward“ als Projektmanagerin im Bereich Kommunikation.

5 Kommentare

  1. Avatar
    27. September 2019
    Antworten

    When I eat sushi first­ly I was in Ber­lin. I dont know How I can exp­lain this tas­te but I remem­ber that I was­nt feel well becau­se it is my first expe­rince to eat some­thing raw. But after that I was try ano­t­her time and I like the tas­te. Becau­se the sushi does not doing just with sal­mon or raw fish. The­re are a lot of type. 🙂

  2. Avatar
    Skye Fox
    2. Oktober 2019
    Antworten

    Defi­ni­te­ly I agree with Mr. Sama­tha Sushi is real­ly dif­fe­rent and deli­cious tas­te. I sug­gested it to ever­yo­ne. first time I have eaten sushi in Swe­den. still I did not for­get its tas­te.

  3. Avatar
    Andrea
    4. Oktober 2019
    Antworten

    Sus­hi­qua­li­tät heißt, dass nur abso­lut zar­te Filet­stü­cke, die sozu­sa­gen fang­frisch ange­lie­fert wur­den, über die The­ke gereicht wer­den. Sie soll­ten so schnell wie mög­lich ver­zehrt wer­den.

  4. Avatar
    27. November 2019
    Antworten

    Ach­ten Sie immer dar­auf, dass die Kühl­ket­te rich­tig ein­ge­hal­ten wur­de. Egal ob im Restau­rant, beim Sushi-Take-away oder im Super­markt. Fisch ist eiweiß- und was­ser­reich und damit ein idea­ler Nähr­bo­den für krank­ma­chen­de Kei­me.

  5. Avatar
    Martin Lauber
    3. Dezember 2019
    Antworten

    Leber­käs-Sushi sel­ber­ma­chen!
    Sushi mit Leber­käs, Blut­wurst, Schwar­ten­ma­gen…
    Am bes­ten aus nach­hal­ti­ger Metz­ge­rei. Des schmeckt.

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