Indo­ne­si­en: Tod eines Ele­fan­ten


Getöteter Patrouillen Elefant Yongki mit einfernten Stoßzähnen © Job Charles / WWF Indonesien
Getöteter Patrouillen Elefant Yongki mit einfernten Stoßzähnen © Job Charles / WWF Indonesien

Der majes­tä­ti­sche Ele­fant war mir im Bukit Bari­san Sela­tan Natio­nal­park sofort auf­ge­fal­len. Wir pla­nen dort ein gro­ßes neu­es Natur­schutz­pro­jekt, des­halb besuch­ten wir auch die dor­ti­ge Ele­fan­ten-Patrouil­le im Süd­wes­ten des Parks.  Yong­ki wur­de der Bul­le von den Ran­gern genannt. Mit sei­nen gro­ßen Stoß­zäh­nen gab er vor den hohen Bäu­men des Regen­walds ein Bild ab, das ich lan­ge nicht ver­ges­sen wer­de. Weil er in Mus­th war – eine Pha­se der Aggres­si­vi­tät, die bei Ele­fan­ten ein­mal im Jahr vor­kommt – stand er etwas abseits.

Patrouillen-Elefant Yongki im Bukit Barisan Selatan NP © Arnulf Köhncke / WWF DE
Patrouil­len-Ele­fant Yong­ki ‑weni­ge Tage vor sei­nem Tod © Arnulf Köhncke / WWF DE

Getö­tet für Elfen­bein

Nur fünf Tage danach erreich­te mich die trau­ri­ge Nach­richt: Yong­ki war in sei­nem Wald­ge­he­ge ver­gif­tet wor­den, sei­ne Stoß­zäh­ne her­aus­ge­schla­gen. Getö­tet für Elfen­bein. Lei­der ist Wil­de­rei auf Suma­tra-Ele­fan­ten kein unbe­kann­tes Phä­no­men. Allei­ne 2014 wur­den über 40 Fäl­le offi­zi­ell regis­triert, die Dun­kel­zif­fer ist wahr­schein­lich viel höher. Aber die Ver­gif­tung eines bekann­ten Haus­ele­fan­ten, den ich auch noch weni­ge Tage vor­her gese­hen hat­te, war für mich doch sehr scho­ckie­rend. Zumal Yong­ki Teil einer wich­ti­gen Ele­fan­ten­pa­trouil­le war.

Die­se Ele­fan­ten-Patrouil­len hel­fen den Dorf­be­woh­nern um den Park dabei, Kon­flik­te mit wil­den Suma­tra-Ele­fan­ten zu ver­min­dern. Weil die Äcker und Plan­ta­gen oder Dör­fer sehr nah am Park lie­gen, kom­men oft nachts Ele­fan­ten aus dem Park und fres­sen dort Früch­te und Pflan­zen. Dann wird die Ele­fan­ten­pa­trouil­le geru­fen und kann mit Hil­fe ihrer gro­ßen Ele­fan­ten­bul­len die wil­den Ele­fan­ten sanft zurück in den Park drän­gen. Hier wur­de also ein Bul­le getö­tet, der den Dorf­be­woh­nern um den Park gro­ße Diens­te erwie­sen hat und dabei gehol­fen hat, die Hei­mat sei­ner wil­den Ver­wand­ten zu schüt­zen.

Auf Ele­fan­ten-Patrouil­le

WWF-Ranger auf Patrouillen-Elefant © Arnulf Köhncke / WWF DE
WWF-Ran­ger auf Patrouil­len-Ele­fant © Arnulf Köhncke / WWF DE

Die Ran­ger von WWF und dem Natio­nal­park, die hier mit an Men­schen gewöhn­ten Ele­fan­ten auf Patrouil­le gehen, haben mei­nen gro­ßen Respekt. Bei unse­rem kur­zen Besuch durf­ten wir näm­lich auch ein­mal mit­rei­ten auf einer kur­zen Patrouil­le. Man sitzt schon ziem­lich hoch (und wacke­lig) auf so einem Ele­fan­ten, mit nur einer Decke zwi­schen dem eige­nen Hin­tern und dem Ele­fan­ten­rü­cken, mit nur einem klei­nen Seil zum Fest­hal­ten. Und so ein nächt­li­cher Ritt durch holp­ri­ges Gelän­de mit wil­den Ele­fan­ten in der Nähe ist noch­mal etwas ganz ande­res als unse­re kur­ze Patrouil­le durch eine auf­ge­ge­be­ne ille­ga­le Plan­ta­ge.

Ins­ge­samt geht es dem Suma­tra-Ele­fan­ten lei­der nicht gut im Moment. Es gibt wohl nur noch 1000 Tie­re auf Suma­tra, vor etwa zehn Jah­ren waren es noch  drei Mal so vie­le. Zwei Drit­tel ihres Lebens­raums haben die Ele­fan­ten in den letz­ten drei­ßig Jah­ren auf Suma­tra durch Ent­wal­dung ver­lo­ren. Des­we­gen wird der Suma­tra-Ele­fant auf der Roten Lis­te der Welt­na­tur­schutz­uni­on IUCN als „vom Aus­ster­ben gefähr­det“ geführt. Umso wich­ti­ger ist also die Arbeit der Ele­fan­ten-Patrouil­le, Ran­ger und Natur­schüt­zer vor Ort zum Schutz der etwa 200 Ele­fan­ten im Bukit Bari­san Natio­nal­park — und natür­lich der ande­ren ein­drucks­vol­len Arten die­ses UNESCO Welt­na­tur­er­bes.

Davon berich­te ich dann in mei­nem nächs­ten Ein­trag. Der wird weni­ger trau­rig. Hof­fent­lich.

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1 Kommentar

  1. Avatar
    Tanja kress
    5. Oktober 2015
    Antworten

    ???

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