Indo­ne­si­en: End­lich ein wenig Regen!


Brennender Wald in Indonesien
Waldbrand in Indonesien. © WWF Indonesien

Ein klei­ner Hoff­nungs­schim­mer, die Ver­spre­chen der indo­ne­si­schen Regie­rung und Infos aus ers­ter Hand von Mit­ar­bei­tern aus unse­rem Pro­jekt­ge­biet: Heu­te möch­te ich Euch auf den neu­es­ten Stand zur Lage in Indo­ne­si­en brin­gen.

Zu aller­erst: Es hat gereg­net, end­lich! Nun ist die Hoff­nung groß, dass sich die Lage ent­spannt.

Indonesien, Boot voller Feuerbekämpfungsequipment.
Vie­le Brand­her­de kann man nur über die Flüs­se errei­chen. © WWF Indo­ne­si­en

Indonesien, Boot voller Feuerbekämpfungsequipment.
Das Boot ist voll­ge­packt mit Aus­rüs­tung zum Löschen. © WWF Indon­si­en

Indonesien: Mann im Busch löscht Feuer.
Von da an geht es zu Fuß wei­ter, um die immer noch schwe­len­den Feu­er zu löschen. © WWF Indo­ne­si­en

Den­noch wird es wohl lan­ge dau­ern, ehe die Brän­de auf den Torf­moor­flä­chen kom­plett zum Stop­pen kom­men. Das Feu­er frisst sich unter­ir­disch durch die teil­wei­se über zwölf Meter dicken Torf­schich­ten. So kann es urplötz­lich und unkon­trol­lier­bar wie­der an die Ober­flä­che tre­ten.

Mensch­ge­mach­te Kata­stro­phe

Süd­ost­asi­en ist kei­ne typi­sche Feu­er­land­schaft, in der Wald­brän­de als natür­li­che Phä­no­me­ne betrach­tet wer­den kön­nen. Die natür­li­che Vege­ta­ti­on ist nicht an Feu­er ange­passt. Die Brän­de hier sind fast immer von Men­schen ver­ur­sacht, vor allem, um durch Brand­ro­dung immer­grü­nen Regen­wald in Plan­ta­gen und ande­re For­men der Land­nut­zung umzu­wan­deln. Die Hef­tig­keit der dies­jäh­ri­gen Brän­de liegt unter ande­rem an extre­mer Tro­cken­heit als Aus­wir­kun­gen eines beson­ders star­ken El Niño-Jah­res.

Aus ers­ter Hand

Mei­ne Kol­le­gin Sen­dy aus dem WWF-Büro in der Pro­vinz­haupt­stadt Palang­ka­ra­ya auf Bor­neo berich­tet, dass sich die Luft all­mäh­lich bes­sert — nach­dem sie dort fast drei Mona­te lang in Rauch und Feu­er leben muss­ten.

Gro­ße Unter­stüt­zung beim Kampf des WWF gegen das Feu­er kam durch Spen­den­ein­nah­men in Höhe von knapp 40.000 Euro. Hier­mit finan­zie­ren wir Sofort­maß­nah­men wie Was­ser­pum­pen, Feu­er­lö­scher, Atem­mas­ken, Schutz­klei­dung, sowie medi­zi­ni­sche Schnell-Ver­sor­gung. DANKE!!!

Was macht die indo­ne­si­sche Regie­rung?

Die Regie­rung ist mäch­tig unter Druck, steht sie doch kurz vor den Kli­ma­ver­hand­lun­gen in Paris schlecht da: Nach Schät­zun­gen geht man davon aus, dass die Brän­de bis Anfang Novem­ber 1,6 Mil­li­ar­den Ton­nen Koh­len­stoff frei­ge­setzt haben. Dies ent­spricht fast dem Dop­pel­ten der Treib­haus­gas-Emis­sio­nen Deutsch­lands von 912 Mil­lio­nen Ton­nen Koh­len­stoff in 2014. Die Emis­sio­nen stam­men über­wie­gend aus Ent­wal­dung und der Umwand­lung von Urwald zu Plan­ta­gen. Indo­ne­si­en macht nun vor allem eines – vie­le Ver­spre­chun­gen:

  • Es wur­de eine Lis­te der Fir­men erstellt, die Feu­er auf ihren Kon­zes­si­ons­flä­chen nicht bekämpft haben. Die Lis­te wur­de dem indo­ne­si­schen Forst­mi­nis­te­ri­um über­ge­ben, da das Minis­te­ri­um ange­kün­digt hat, Fehl­ver­hal­ten zu ahn­den.
  • Die Regie­rung hat erklärt, Torf­moor­wald künf­tig gezielt schüt­zen zu wol­len. Zudem sol­len bereits ver­ge­be­ne Kon­zes­sio­nen auf Torf geprüft wer­den. Wenn die Fir­men oder Ver­ant­wort­li­chen durch Brand­ro­dung selbst Brän­de aus­ge­löst haben soll­ten, sol­len Stra­fen ver­hängt und Kon­zes­sio­nen ent­zo­gen wer­den.
  • Um in Zukunft sol­che ver­hee­ren­den Brän­de zu ver­hin­dern, möch­te die Regie­rung die für die Bewirt­schaf­tung tro­cken­ge­leg­te Torf­bö­den durch Damm­bau rena­tu­rie­ren, um den natür­li­chen Was­ser­haus­halt wie­der her­zu­stel­len.

Das sind alles gute Ansät­ze. Die Ver­gan­gen­heit lässt aber nur bedingt hof­fen, bedenkt man Indo­ne­si­ens schwa­ches Jus­tiz­sys­tem und die weit­ver­brei­te­te Kor­rup­ti­on.

Mehr wis­sen und selbst etwas tun?

 

 

 

 

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Über mich
Yougha von Laer

Als Forstwissenschaftlerin arbeite ich beim WWF an internationalen Wald-und Klimaschutzprojekten. Der Erhalt der Wälder liegt mir besonders am Herzen. Als artenreichster Lebensraum beherbergt er nicht nur zwei Drittel aller Tier-und Pflanzenarten und ist von entscheidender Bedeutung für das Klima – auch bildet er die Lebensgrundlage für weltweit ca. 1,6 Milliarden Menschen. Solange jedoch dem Wald nicht sein „wirklicher“ Wert beigemessen wird, ist er auch weiterhin Opfer von Raubbau und Entwaldung.

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