Ret­tung für den Schwarz­fu­ß­il­tis dank Droh­nen und Erd­nuss­but­ter


Das Schicksal der Schwarzfußiltisse ist eng mit dem der Präriehunde verknüpft © Clay Bolt / WWF-U
Das Schicksal der Schwarzfußiltisse ist eng mit dem der Präriehunde verknüpft © Clay Bolt / WWF-U

Manch­mal müs­sen wir Arten­schüt­zer durch­aus krea­tiv wer­den – und ein klein wenig Glück haben. Kennt ihr schon die unglaub­li­che Geschich­te, wie Erd­nuss­but­ter und Droh­nen eine Art ret­ten sol­len, die bereits als aus­ge­stor­ben galt?

Einst leb­ten Mil­lio­nen Schwarz­fu­ß­il­tis­se (Mus­te­la nigri­pes) in der aus­ge­dehn­ten Prä­rie Nord­ame­ri­kas, wo sie als „Black-Foo­ted Fer­ret“ bekannt sind. Heu­te zäh­len sie zu den sel­tens­ten Säu­ge­tie­ren des Kon­ti­nents. Das Schick­sal die­ser Mar­der­art ist eng mit dem der Prä­rie­hun­de (Cyno­mys) ver­knüpft. Die­se Ver­wand­ten unse­rer Mur­mel­tie­re sind näm­lich die Lieb­lings­spei­se der geschick­ten Raub­tie­re und machen cir­ca 90 Pro­zent ihrer Nah­rung aus.

Der Schwarz­fu­ß­il­tis galt schon mehr­fach als aus­ge­stor­ben

Das Schicksal der Schwarzfußiltisse ist eng mit dem der Präriehunde verknüpft © Clay Bolt / WWF-U
Das Schick­sal der Schwarz­fu­ß­il­tis­se ist eng mit dem der Prä­rie­hun­de ver­knüpft © Clay Bolt / WWF‑U

Die auf­kom­men­de groß­flä­chi­ge Land­wirt­schaft in den USA zu Beginn des 20. Jahr­hun­derts bescher­te den Prä­rie­hun­den schla­raf­fen­land­ähn­li­che Zustän­de. Doch nicht lan­ge, denn schnell gal­ten sie als Schäd­lin­ge und wur­den zum Feind der Land­wir­te erklärt. Aus­ge­leg­te Gift­kö­der und Beja­gung dezi­mier­ten die klei­nen Erd­hörn­chen mas­siv. Mit ihrer Beu­te ver­schwan­den auch die Schwarz­fu­ß­il­tis­se. 

Als 1964 eine klei­ne Kolo­nie der flin­ken Räu­ber wie­der­ent­deckt wur­de, star­te­ten Bio­lo­gen vol­ler Hoff­nung ein Zucht­pro­gramm für die sel­te­nen Iltis­se – lei­der ohne Erfolg. Das letz­te Exem­plar ver­en­de­te 1979 und damit galt die Art als aus­ge­stor­ben.

Das Schick­sal der Schwarz­fu­ß­il­tis­se wen­det sich

Nur zwei Jah­re spä­ter wen­de­te sich das Schick­sal: Als zwei Far­mer 1981 in Wyo­ming einem Prä­pa­ra­tor einen ihnen unbe­kann­ten Mar­der über­ga­ben, den ihr Hund nach Hau­se brach­te, war die Über­ra­schung groß, als sich her­aus­stell­te, dass es sich um einen aus­ge­stor­ben geglaub­ten Schwarz­fu­ß­il­tis han­deln wür­de. Wo es einen gibt, gibt es viel­leicht auch noch mehr, dach­ten sich Natur­schüt­zer und Behör­den. Sie bega­ben sich auf die Suche, und tat­säch­lich ent­deck­ten sie eine klei­ne Popu­la­ti­on der schwarz­fü­ßi­gen Mar­der – der Grund­stein des „black-foo­ted fer­ret reco­very pro­grams“. 1984 zähl­te der Bestand gan­ze 129 Tie­re. Die Aus­brei­tung von Krank­hei­ten gefähr­de­te das Über­le­ben jedoch erneut und dezi­mier­te den Bestand auf  knapp 20 Indi­vi­du­en.

Ein Not­fall­plan muss­te her, um die Art zu ret­ten. Die letz­ten Iltis­se wur­den ein­ge­fan­gen und bil­de­ten die Basis für ein erfolg­rei­ches Nach­zucht­pro­gramm. Im Jahr 1991 konn­ten die ers­ten Tie­re wie­der in der Prä­rie aus­ge­wil­dert wer­den.

Syl­va­ti­sche Pest: Todes­ur­teil für Prä­rie­hun­de und Schwarz­fu­ß­il­tis­se

Immer wie­der fal­len Tie­re des müh­sam auf­ge­bau­ten Iltis-Bestands und auch die mitt­ler­wei­le wie­der zahl­reich vor­han­de­nen Prä­rie­hun­de Krank­hei­ten zum Opfer. Beson­ders schlimm ist die soge­nann­te „Syl­va­ti­sche Pest“, die bei Wild­tie­ren vom glei­chen Erre­ger wie die Beu­len- und Lun­gen­pest bei Men­schen ver­ur­sacht und von Flö­hen über­tra­gen wird. Die­se in Ame­ri­ka Anfang des 20. Jahr­hun­derts ein­ge­schlepp­te Krank­heit ist für Prä­rie­hun­de und Iltis­se fast immer töd­lich. Inner­halb von nur weni­gen Wochen kann die Seu­che tau­sen­de Prä­rie­hun­de infi­zie­ren. Bei der Nah­rungs­auf­nah­me oder durch Floh­bis­se ste­cken sich auch die stark gefähr­de­ten Iltis­se an. Sie wer­den zwar vor einer Wie­der­aus­wil­de­rung geimpft, ster­ben jedoch die Prä­rie­hun­de, fehlt auch ihre Haupt­nah­rung. Die Lösung ist in der Theo­rie ein­fach: Die Prä­rie­hun­de müs­sen immu­ni­siert wer­den. Wie soll das in der Pra­xis funk­tio­nie­ren? Tau­sen­de Erd­hörn­chen per Blas­rohr imp­fen? Aber­tau­sen­de aus­bud­deln und mit Sprit­zen behan­deln? Wohl kaum. Wenn sie doch nur die Imp­fung sel­ber neh­men wür­den…

Die Präriehunde leiden ebenso wie die Schwarzfußiltisse unter der Sylvatischen Pest © iStock / Getty Images
Die Prä­rie­hun­de lei­den eben­so wie die Schwarz­fu­ß­il­tis­se oft­mals unter der “Syl­va­ti­schen Pest” © iStock / Get­ty Images

Erd­nuss­but­ter als Köder

Trick 17, den wohl auch jeder Haus­tier­hal­ter kennt: Man mache die „bit­te­re Pil­le“ zum lecke­ren Snack. Im Fal­le der Erd­hörn­chen mit einer guten Por­ti­on Erd­nuss­but­ter. Den lecke­ren Pel­lets kön­nen die Prä­rie­hun­de kaum wider­ste­hen.

Droh­nen für die Aus­lie­fe­rung

Und wie kommt die Medi­zin nun ans Hörn­chen in einer rie­si­gen Prä­rie­land­schaft? Na alle guten Din­ge kom­men doch von oben, oder? Also flie­gen Droh­nen auf vor­pro­gram­mier­ten Rou­ten übers Land und wer­fen in regel­mä­ßi­gen Abstän­den die „Schluck­imp­fun­gen“ für die Nager ab. Der WWF-US tes­tet zusam­men mit ande­ren Part­nern zusätz­lich auch eine Ver­tei­lung auf dem Land­weg. Die vor­läu­fi­gen Test­ergeb­nis­se stim­men zuver­sicht­lich. Wenn die Aus­lie­fe­rungs­s­me­tho­den groß­flä­chig funk­tio­nie­ren, kön­nen die Prä­rie­hund­ko­lo­nien erhal­ten wer­den und damit auch der Schwarz­fu­ß­il­tis.

Der Schwarz­fu­ß­il­tis gehört zu den sel­tens­ten Säu­gern Ame­ri­kas

Der­zeit leben etwa 300 bis 500 der stark gefähr­de­ten Schwarz­fü­ße in frei­er Wild­bahn. Sie sind damit eines der sel­tens­ten Säu­ge­tie­re Nord­ame­ri­kas. Vie­le Ver­wand­te aus dem Nach­zucht­pro­gramm sol­len ihnen – auch mit Hil­fe des WWF – durch Wie­der­aus­wil­de­rung noch fol­gen. In Zukunft sol­len sie wie­der in gesun­den Popu­la­tio­nen durch die Prä­rie wie­seln – Erd­nuss­but­ter und Droh­nen sei Dank.

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