Erschre­ckend: Rekord­fund an Elfen­bein in Deutsch­land


Schmuck aus Elfenbein
...und für so etwas müssen tausende Elefanten sterben © Bas Huijbregts /WWF

Jedes Jahr wer­den zig­tau­sen­de Ele­fan­ten abge­schlach­tet. Jetzt ist eine gro­ße Men­ge Elfen­bein auch in Deutsch­land auf­ge­grif­fen wor­den.

Seit Jah­ren arbei­te ich jetzt zum The­ma Wil­de­rei. Ich muss mich natur­ge­mäß dabei mit einer Men­ge grau­sa­men, wider­li­chen, trau­ri­gen The­men beschäf­ti­gen. Die­se Nach­richt hat mich jedoch dann doch noch über­rascht und erschreckt: Die Staats­an­walt­schaft Cott­bus berich­tet über den größ­ten Elfen­bein­fund aller Zei­ten in Deutsch­land. Rund 1,2 Ton­nen Ele­fan­ten-Elfen­bein mit einem Markt­wert von über einer Mil­li­on Euro wur­den im Mai und August in Bran­den­burg und Rhein­land-Pfalz sicher­ge­stellt, teil­te die ermit­teln­de Staats­an­walt­schaft Cott­bus mit. Die gras­sie­ren­de Wil­de­rei­kri­se ist eben nicht weit weg von uns, nur in Asi­en und Afri­ka. Die Mit­tel­män­ner der Wil­de­rer sind mög­li­cher­wei­se mitt­ler­wei­le unter uns.

Elfen­bein Dreh­schei­be Deutsch­land?

Schmuggel: Bearbeitetes und halbbearbeitetes Elfenbein vom Flughafen Berlin Schönefeld, Mai 2016
Kon­fis­zier­tes Elfen­bein vom Flug­ha­fen Ber­lin-Schö­ne­feld © Haupt­zoll­amt-Pots­dam

Schon spä­tes­tens im Mai war klar, dass Deutsch­land von der Wil­de­rei-Mafia als Dreh­schrei­be benutzt wird. Am Flug­ha­fen Ber­lin-Schön­feld wur­den 625 Kilo­gramm Elfen­bein ent­deckt. Woher die­ses Elfen­bein stammt, wis­sen wir noch nicht. Sicher ist nur, es war falsch dekla­riert und ver­packt in elf Kis­ten auf dem Weg in die viet­na­me­si­sche Haupt­stadt Hanoi.

Noch­mal eine hal­be Ton­ne Elfen­bein– in Ver­ar­bei­tung

Was ich aber nicht für mög­lich gehal­ten hät­te: Die ille­ga­len Elfen­bein­händ­ler benut­zen Deutsch­land auch als Werk­statt. Die Beam­ten stie­ßen bei ihrer Arbeit auf ein Indus­trie­ge­bäu­de in einem klei­ne­ren Ort nahe Koblenz. Zwei Tat­ver­däch­ti­ge waren gera­de dabei, Rohel­fen­bein zu ver­ar­bei­ten, unter ande­rem zu Figu­ren und Per­len. Der Zoll fand dort noch­mal mehr als eine hal­be Ton­ne Elfen­bein, genau 570 Kilo­gramm. Die bei­den Ver­däch­ti­gen wur­den fest­ge­nom­men, ihnen dro­hen Haft­stra­fen zwi­schen drei Mona­ten und fünf Jah­ren wegen gewerbs­mä­ßi­gen Han­dels mit Elfen­bein.

Gute Arbeit von Poli­zei, Staats­an­walt­schaft und Zoll

Ich will Staats­an­walt­schaft, Poli­zei und Zoll zunächst mal zu die­sem Fahn­dungs­er­folg gra­tu­lie­ren. Gute Arbeit! Noch ist nicht klar, woher das Elfen­bein stammt. Das wer­den wir erst nach der Unter­su­chung mit der Iso­to­pen-Metho­de wis­sen. Der WWF und vor allem mein Kol­le­ge Ste­fan Zieg­ler haben die­se Ana­ly­se  zusam­men mit der Uni Mainz ent­wi­ckelt – eben genau um den Ursprung von kon­fis­zier­tem Elfen­bein ein­deu­tig zu bestim­men, Schmug­gel­rou­ten zu iden­ti­fi­zie­ren und so den ille­ga­len Elfen­bein­han­del zu bekämp­fen.

Klar ist aber: Die Wil­de­rei­kri­se gras­siert welt­weit. Und eben nicht nur in Afri­ka und Asi­en, son­dern buch­stäb­lich bei uns vor der Haus­tür. Poli­zei und Straf­ver­fol­gung müs­sen dar­auf reagie­ren. Die Staats­an­walt­schaft Cott­bus hat dies getan, auf­wän­dig ermit­telt und das gefun­de­ne Elfen­bein am Flug­ha­fen eben nicht als Baga­tel­le abge­hef­tet. Das ist die gute Nach­richt in der schlech­ten Nach­richt.

Was Du tun kannst

Das Schutz­ge­biet Selous in Tan­sa­nia ist einer der Brenn­punk­te der Wil­de­rei­kri­se in Afri­ka. Zwi­schen 1996 und 2014 kam das meis­te geschmug­gel­tes Elfen­bein von hier und aus dem benach­bar­ten Nias­sa in Mosam­bik – über 80 Pro­zent. Selous beher­bergt zwar noch immer eine der wich­tigs­ten Ele­fan­ten­po­pu­la­tio­nen des Kon­ti­nents, doch der Bestand schrumpft. Seit 2007 um fast 80 Pro­zent. Hält der Trend an, könnte der Bestand schon bis 2022 zusam­men­bre­chen.

Wir kämp­fen gera­de, dass die Wil­de­rei in Selous gestoppt wird. Dafür brau­chen wir eure Unter­stüt­zung.

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