Zu nah am Dorf: 56 Eis­bä­ren auf der Suche nach Nah­rung


Eisbären-Invasion nahe des Dorfes Ryrkaypiy am Nordpolarmeer als Ausdruck des Klimawandels
Plötzlich steht das Leben still: Wenn Eisbären nahe kommen © Maksim Dyominov, WWF Russland

Im Dezem­ber bot sich in der sibi­ri­schen Ark­tis zum zwei­ten Mal im letz­ten Jahr Eis­bär Groß­alarm. Eine gro­ße Grup­pe Eis­bä­ren kam auf unna­tür­li­cher Nah­rungs­su­che dicht an eine mensch­li­che Sied­lung her­an. 56 Eis­bä­ren zähl­te die ört­li­che Eis­bä­ren­pa­trouil­le auf einer Flä­che von nicht ein­mal einem Qua­drat­ki­lo­me­ter.

Eis­bä­ren in Sibi­ri­en: Der Hun­ger treibt sie an

Meh­re­re Tage hin­ter­ein­an­der zogen die über 50 Eis­bä­ren um das Dorf Ryr­kay­piy auf der ost­si­bi­ri­schen Tschuk­tschen-Halb­in­sel im Nord­os­ten Russ­lands. Es waren aus­ge­wach­se­ne Tie­re und Jung­tie­re unter­schied­li­chen Alters mit ihren Müt­tern. Die Dorf­be­woh­ner hier sind den Anblick von Polar­bä­ren inzwi­schen gewohnt. Aber in einer der­art gro­ßen Grup­pe kamen die ark­ti­schen Räu­ber bis­her nicht.

Die WWF-Eis­bä­ren-Patrouil­le schützt Schul­kin­der UND Eis­bä­ren © Mak­sim Dyo­mi­nov, WWF Russ­land

WWF Eis­bä­ren­pa­trouil­le – Schutz von Mensch und Eis­bär

Mehr­mals am Tag sind eine Mit­ar­bei­te­rin und ein Mit­ar­bei­ter unse­rer Eis­bär-Patrouil­le mit Schnee­mo­bi­len im Dorf­ge­biet auf Strei­fe. Sie sol­len ver­hin­dern, dass die Eis­bä­ren von der Küs­te ins Dorf kom­men. Und sie bewa­chen den Kin­der­gar­ten und die Schu­le, um die jüngs­ten Bewoh­ner zu schüt­zen. Sind Bären in der Gegend wie im Moment, wer­den die Kin­der mit eigens dafür ein­ge­setz­ten Bus­sen gefah­ren und alle offi­zi­el­len Ver­an­stal­tun­gen wie zum Bei­spiel Kon­zer­te fal­len aus.

Sibi­ri­en: Wo das Eis fehlt, kom­men die Eis­bä­ren an Land

Dicht vor der Sied­lung: Eis­bär-Alarm in Ryr­kay­piy am Nord­po­lar­meer © Mak­sim Dyo­mi­nov, WWF Russ­land

Eis­bär­pa­trouil­len sind inzwi­schen vie­ler­orts nötig. Denn wir wol­len ver­hin­dern, dass die gefähr­de­ten Eis­bä­ren im Kon­flikt mit Men­schen erschos­sen wer­den. Haupt­grund die­ses Kon­flikts ist der Rück­gang der Meer­eis­flä­che auf­grund des sich ändern­den Kli­mas, so dass Eis­bä­ren nun im Durch­schnitt in vie­len Gegen­den vier Mona­te an Land ver­brin­gen müs­sen.

Eisbären-Invasion nahe des Dorfes Ryrkaypiy am Nordpolarmeer als Ausdruck des Klimawandels
Mensch-Tier-Kon­flikt ent­schär­fen: WWF Eis­bä­ren-Patrouil­le © Mak­sim Dyo­mi­nov, WWF Russ­land

Ist das Eis auf dem Polar­meer dick genug, sind die Eis­bä­ren von die­ser Platt­form aus auf der Jagd nach Rob­ben. Aber fehlt die Eis­de­cke, müs­sen die Tie­re auf der Suche nach Nah­rung an Land aus­wei­chen. Neu­gier­de und Hun­ger trei­ben die sie bis in die Dör­fer. Dort wer­den sie zum Bei­spiel von Lebens­mit­tel­ab­fäl­len ange­lockt.

Unse­re“ 56 Eis­bä­ren haben noch ‚natür­li­che‘ Nah­rung gefun­den – eini­ge tote Wal­ros­se. Die­se Wal­ros­se waren aber eben­falls nur an Land, weil auch sie kein Eis mehr vor­fin­den.

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