Durs­ti­ges Deutsch­land: War­um unser Essen anders­wo viel zu viel Was­ser verbraucht


Bewässerung Landwirtschaft
Unser Essen verbraucht viel zu viel Wasser ©-Istockphoto.com-WWF-Canada

Jeder von uns braucht Was­ser. Was­ser ist Leben. Und wir brau­chen auch Was­ser für unser Essen. Sehr viel Was­ser. Aber wel­che Lebens­mit­tel benö­ti­gen beson­ders viel Was­ser? Und wo wer­den die ange­baut? An die­sen Fra­gen haben wir im zwei­ten Bericht unse­rer Rei­he „So schmeckt Zukunft — der kuli­na­ri­sche Kom­pass für eine gesun­de Erde“ gear­bei­tet. Und wir haben erst­mals unter­sucht, wel­ches Risi­ko der Was­ser­knapp­heit vor Ort ent­steht — also wo unse­re Ernäh­rung anders­wo Mensch und Natur buch­stäb­lich das Was­ser abgräbt. 

War­um wir uns um das Was­ser in unse­ren Lebens­mit­teln küm­mern müs­sen 

Rund 70 Pro­zent allen genutz­ten Süß­was­sers wird durch die Land­wirt­schaft ver­braucht. Allei­ne das belas­tet schon die glo­ba­len Süß­was­ser­re­ser­ven. Hin­zu kom­men die Aus­wir­kun­gen der Kli­ma­kri­se mit häu­fi­ge­ren Dür­ren und Hoch­was­sern. Als Resul­tat wird welt­weit das Süß­was­ser knap­per. Was­ser­knapp­heit ist eine der größ­ten Gefah­ren für Mensch und Natur. 

Die Toma­ten aus Spa­ni­en: Wir ver­brau­chen viel zu viel Was­ser in den tro­cke­nen Regionen

Unse­re Ernäh­rungs­ge­wohn­hei­ten spie­len dabei eine erheb­li­che Rol­le. Unser Bericht zeigt deut­lich, dass unse­re Lebens­mit­tel die Kon­flik­te um Was­ser in vie­len Regio­nen ver­schär­fen. Ins­ge­samt wer­den 2,4 Mil­li­ar­den Kubik­me­ter Was­ser zur Bewäs­se­rung durch unse­re Nach­fra­ge nach Lebens­mit­teln ver­braucht. So viel wie der Chiem­see hat. Der Groß­teil davon wird außer­halb Deutsch­lands ver­gos­sen. Ins­be­son­de­re Obst, Gemü­se oder Nüs­se aus tro­cke­nen Regio­nen wie Spa­ni­en, der Mit­tel­meer­küs­te oder Kali­for­ni­en benö­ti­gen viel Bewäs­se­rung. 

Süßwasser in der Landwirtschaft: Wasserschlucker Tomaten
Und wo kommt unser Was­ser her? © Ola Jen­ners­ten / WWF

Wir alle wis­sen, dass wir weni­ger Fleisch essen müs­sen. Wir müs­sen aber auch ein­deu­tig sagen: Für eine mehr pflan­zen­ba­sier­te Ernäh­rung ist Deutsch­land nicht vor­be­rei­tet. Bei gleich­blei­ben­den Pro­duk­ti­ons­be­din­gun­gen erhöht sich bei einer pflan­zen­ba­sier­ten Ernäh­rung der Was­ser­ver­brauch — und damit die Was­ser­knapp­heit in bereits jetzt gefähr­de­ten Regio­nen. 

Wir brau­chen den Wan­del in der Land­wirt­schaft 

Damit wir uns in Deutsch­land zukünf­tig gesund und nach­hal­tig ernäh­ren, ohne das Was­ser­ri­si­ko in ande­ren Regio­nen zu erhö­hen, braucht es einen grund­sätz­li­chen Wan­del der Poli­tik. Denn bis­lang liegt der Fokus auf dem Anbau von Fut­ter­mit­teln und der Tier­hal­tung. Wir sind in gro­ßen Antei­len abhän­gig von Impor­ten für Obst, Gemü­se, Hül­sen­früch­te oder Nüs­sen. Dies muss sich ändern. 

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Es gibt zwar eine Eiweiß­pflan­zen­stra­te­gie, die dar­auf aus­ge­rich­tet ist, den Anbau und Ver­mark­tung von eiweiß­hal­ti­gen Fut­ter­mit­teln für Schwei­ne, Geflü­gel und Co zu ver­bes­sern. Aus­ge­klam­mert ist bis­her die Pro­te­in­fra­ge für den Men­schen. Dabei wer­den Erb­sen, Boh­nen und Co als alter­na­ti­ve Pro­te­in­quel­le durch den boo­men­den Markt der Flei­scher­satz­pro­duk­te stark nach­ge­fragt. Das Ange­bot kommt nicht hin­ter­her. Und es gibt noch eine star­ke Schief­la­ge beim Preis: Pflanz­li­che Lebens­mit­tel, ins­be­son­de­re Flei­scher­satz­pro­duk­te, sind im Schnitt noch dop­pelt so teu­er, wie Bil­lig­fleisch, wie unse­re Rabatt­ana­ly­se gezeigt hat. 

Ohne Ernäh­rungs­wen­de gibt es kei­nen wirk­sa­men Klimaschutz

Wir brau­chen aus öko­lo­gi­schen und gesund­heit­li­chen Grün­den eine Ernäh­rungs­wen­de. Mit die­ser For­de­rung bin ich nicht allei­ne, das ist Kon­sens. Das steht etwa im Abschluss­be­richt der Zukunfts­kom­mis­si­on Land­wirt­schaft, dem Gut­ach­ten des Wis­sen­schaft­li­chen Bei­ra­tes für Ernäh­rung oder auch in den Emp­feh­lun­gen des Bür­ger­ra­tes. 

Landwirtschaft Wasser was die Ernährungswende braucht
Ernäh­rungs­wen­de: was wir brau­chen © WWF

Die kom­men­de Bun­des­re­gie­rung muss 

  • Eine res­sort­über­grei­fen­de Ernäh­rungs­stra­te­gie eta­blie­ren, die sich an den pla­ne­ta­ren Belas­tungs­gren­zen ori­en­tiert 
  • die Aus­wei­tung des hei­mi­schen Anbaus von Obst, Gemü­se, Nüs­sen und Hül­sen­früch­ten umfas­send unter­stüt­zen 
  • ein Lie­fer­ket­ten­ge­setz ver­ab­schie­den, das die gesam­te Lie­fer­ket­te betrach­tet und auch die Umwelt, und damit auch Was­ser­ri­si­ken, als eigen­stän­di­ges Schutz­gut adres­siert 
  • eine Len­kungs­ab­ga­be auf tie­ri­sche Lebens­mit­tel mit­tel­fris­tig eine Nach­hal­tig­keits­steu­er ein­set­zen 
  • ein ver­pflich­ten­des Nach­hal­tig­keits­la­bel für Lebens­mit­tel ein­füh­ren, das über den Kli­ma­fuß­ab­druck hin­aus­geht und bei­spiels­wei­se Was­ser­ri­si­ken und Bio­di­ver­si­täts­ver­lust umschließt 

Ziel muss zukünf­tig sein, dass die ein­fa­che Wahl auch die gesun­de und nach­hal­ti­ge Wahl ist. Auch für ein­kom­mens­schwa­chen Haus­hal­te. Ob beim Ein­kauf, im Restau­rant oder in der Schu­le: eine pla­ne­ta­risch-kuli­na­ri­sche Ernäh­rung muss für jeden zur Ver­fü­gung ste­hen. Frei von Bei­geschmack. 

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