Coro­na: Gewin­ner Fahr­rad


Corona: Fahrrad am Strand
Die Zukunft des Verkehrs? CC0 Bogdan Dada https://unsplash.com/photos/yoxSzcRuGzU

Fahr­rä­der sind das neue Klo­pa­pier“, so brach­te es der Besit­zer eines aus­tra­li­schen Fahr­rad­ge­schäf­tes auf den Punkt. Nach­dem sich der Run auf die Hygie­ne­pa­pie­re inzwi­schen abge­kühlt hat, hält die Nach­fra­ge nach Zwei­rä­dern nicht nur in Aus­tra­li­en unver­min­dert an. Coro­na macht es mög­lich. Es pas­siert etwas zuguns­ten des Fahr­rads.

Neue Rad­we­ge in Groß­städ­ten wie Ber­lin, Brüs­sel, Paris oder Bar­ce­lo­na. Auto­freie Sonn­ta­ge in Bogo­tá und anders­wo sind die Ant­wort auf den Ver­kehrs­kol­laps in unse­ren Städ­ten. Ein Trend, der sich ange­sichts über­füll­ter U‑Bahnen, feh­len­der Park­plät­ze und ner­vi­ger Staus in den Innen­städ­ten hof­fent­lich noch wei­ter ver­stär­ken wird. Gut für das Kli­ma, für die Gesund­heit, für unse­re Städ­te.

Fahr­rad-Prä­mie in Ita­li­en

Wäh­rend hier­zu­lan­de hef­tig über eine Kauf­prä­mie für Autos gestrit­ten wird, will Ita­li­en den Kauf von Rädern mit bis zu 500 Euro för­dern. Ob das ein Vor­bild für Deutsch­land sein könn­te, um die Ver­kehrs­wen­de vor­an­zu­brin­gen, sei dahin­ge­stellt. Zumin­dest in Deutsch­land gibt schon jetzt es mehr Fahr­rä­der als Autos. Die Fra­ge ist aber, ob die Draht­esel auch benutzt wer­den. Nicht nur Pkws ste­hen mehr als 23 Stun­den am Tag unge­nutzt, meist im öffent­li­chen Raum, her­um. Auch vie­le der fast 80 Mil­lio­nen Velos ver­stau­ben in Deutsch­land auf Dach­bö­den oder Kel­lern. Ja, auch bei mir.

Fahrräder: Es gibt geug
Es gibt in Deutsch­land 80 Mil­lio­nen Fahr­rä­der CC0 Hec­tor Mar­ti­nez https://unsplash.com/photos/Hs-Tt4fBX3M

Wir brau­chen kei­ne neu­en Fahr­rä­der, wir brau­chen Infra­struk­tur!

Ich bin mir sicher: Fahr­rä­der haben wir in Deutsch­land echt genug. Das Rad muss nur deut­lich attrak­ti­ver wer­den. Als all­täg­li­ches Ver­kehrs­mit­tel war das Fahr­rad bis­her vie­len schlicht zu unbe­quem und vor allem zu gefähr­lich. Ange­sichts von mit Schlag­lö­chern gespick­ten oder nicht vor­han­de­nen Rad­we­gen, der Angst vor plötz­lich auf­ge­hen­den Auto­tü­ren oder mit Scher­ben über­sä­ten Pis­ten kann ich das ehr­li­cher­wei­se ver­ste­hen. Natür­lich stram­pe­le ich mit dem Rad zur Arbeit. Aber in einer Stadt wie Ber­lin ist das mit­un­ter lebens­ge­fähr­lich.

Statt wie in Ita­li­en gene­rell den Kauf von Fahr­rä­dern zu bezu­schus­sen, schei­nen mir Inves­ti­tio­nen in eine bes­se­re Infra­struk­tur ziel­füh­ren­der. Wann, wenn nicht jetzt, lie­be Ver­kehrs­po­li­tik? Denn die Zei­chen der Zeit sind posi­tiv. Eine aktu­el­le Stu­die zu Mobi­li­tät in Deutsch­land belegt, dass der Anteil der mit dem Rad zurück­ge­leg­ten Wege hier­zu­lan­de in Städ­ten auf immer­hin 15 Pro­zent gestie­gen ist.

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Zurück­zu­füh­ren ist das wohl vor allem dar­auf, dass Autos ange­sichts von Dau­erstaus, Bau­stel­len und Park­platz­man­gel für den inner­städ­ti­schen Ver­kehr schon lan­ge immer unat­trak­ti­ver wer­den.

Trend zum Elek­tro­fahr­rad

War­um die Men­schen ihr Geld trotz­dem noch immer mit wach­sen­der Vor­lie­be für über­di­men­sio­nier­te Stadt­pan­zer und schwer­ge­wich­ti­ge SUV aus­ge­ben, bleibt für mich ein Rät­sel des All­tags. Jen­seits der noch immer wach­sen­den Zulas­sungs­zah­len beim Kraft­fahr­zeug­bun­des­amt gibt es aber durch­aus inter­es­san­te Trends bei der Ver­kehrs­mit­tel­wahl hier­zu­lan­de. Dazu gehört der Zuwachs beim Ver­kauf von Elek­tro­fahr­rä­dern. Trend­set­ter sind hier aber nicht die Hips­ter aus der Groß­stadt son­dern älte­re Men­schen vom Land.

Unse­re Oma fährt nicht mehr im Hüh­ner­stall Motor­rad, son­dern sat­telt auf’s Pedel­ec um. Weil sie uns wei­ter tra­gen als unse­re Mus­kel­kraft allein, sind die elek­tro­be­trie­be­nen Pedel­ecs — und neben­bei auch Las­ten­rä­der — zuneh­mend eine Alter­na­ti­ve zum Auto.

Das ist doch immer­hin ein Licht­blick zum Welt­tag des Fahr­rads.

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1 Kommentar

  1. Avatar
    Alexander Vogelsang
    4. Juni 2020
    Antworten

    Wir müs­sen was für den Kli­ma­schutz tun. 10000 WEA und 10000000 Dächer mit PV-Anla­gen.

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