Bra­si­li­en: Der Ablen­kungs­an­griff auf die Indigenen


Indigenen Aktivistin Sonia Guajajara beim Besuch in Berlin
Zielscheibe: Sônia Guajajara © David Biene / WWF

Die bra­si­lia­ni­sche Regie­rung ver­sucht indi­ge­ne Akti­vis­ten mit absur­den Behaup­tun­gen ein­zu­schüch­tern – um vom eige­nen Ver­sa­gen abzulenken.

Wir sind empört über die Ein­schüch­te­run­gen gegen­über Sônia Gua­ja­ja­ra, eine der lei­ten­den Koor­di­na­to­rin­nen der Ver­ei­ni­gung der indi­ge­nen Völ­ker Bra­si­li­ens (APIB). Sie wur­de zur Ziel­schei­be einer von der Bun­des­po­li­zei eröff­ne­ten Untersuchung.

Anlass ist die auf­se­hen­er­re­gen­de Web­se­rie “Maracá — Indi­ge­ner Not­fall”. In acht Fol­gen wird gezeigt, wie die indi­ge­ne Bewe­gung ver­sucht die Coro­na-Pan­de­mie zu bekämp­fen. Sônia Gua­ja­ja­ra wird nun vor­ge­wor­fen die Zah­len der von COVID-19 betrof­fe­nen Indi­ge­nen zu fäl­schen. Dadurch wer­de das Image Bra­si­li­ens geschä­digt. Der indi­ge­ne Anfüh­rer Almir Suruí ist ähn­li­chen Vor­wür­fen ausgesetzt.

 

Zum Glück hat jetzt ein Gericht in Bra­si­lia das Ver­fah­ren gestoppt. Das ist ein Zwi­schen­er­folg. Aber selbst wenn die­ses Ver­fah­ren ein­ge­stellt wird, wer­den Angrif­fe auf Indi­ge­ne, deren Orga­ni­sa­tio­nen oder Anfüh­rer nicht auf­hö­ren. Die Atta­cken zei­gen das auto­ri­tä­re Gesicht der Regie­rung Bol­so­na­ro. Unab­hän­gi­ge Stim­men, die auf Pro­ble­me hin­wei­sen, wer­den nicht gedul­det. Schon gar nicht bezüg­lich der Pan­de­mie, die bereits mehr als 400.000 Bra­si­lia­ner das Leben gekos­tet hat.

Längst nicht der ein­zi­ge Angriff

Nicht zum ers­ten Mal wird mit den Unter­su­chun­gen der Poli­zei direkt die Mei­nungs­frei­heit ange­grif­fen: For­scher, Jour­na­lis­ten und Umwelt­ak­ti­vis­ten, wie der Koor­di­na­tor der Kli­ma­be­ob­ach­tungs­stel­le, Már­cio Astri­ni, wur­den bereits unter zwei­fel­haf­ten Grün­den zu Aus­sa­gen vorgeladen.

Die­ser kla­re Angriff auf die bra­si­lia­ni­sche Demo­kra­tie muss ein Ende haben. Jetzt haben mehr als 1000 zivil­ge­sell­schaft­li­che Orga­ni­sa­tio­nen die andau­ern­den Ver­su­che der Regie­rung Bol­so­na­ro ver­ur­teilt, die indi­ge­nen Orga­ni­sa­ti­on und ihre Füh­rer ein­zu­schüch­tern und zum Schwei­gen zu bringen.

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Es ist bezeich­nend, dass die Unter­su­chung vie­le Mona­te nach der Ver­öf­fent­li­chung der Web-Serie ein­ge­lei­tet wur­de. Sie kommt einem Zeit­punkt, an dem sich die Regie­rung mit einer par­la­men­ta­ri­schen Unter­su­chungs­kom­mis­si­on aus­ein­an­der­set­zen muss. Dort wer­den Hand­lun­gen und Unter­las­sun­gen im Umgang mit der Pan­de­mie und dem Zusam­men­bruch des Gesund­heits­sys­tems im Bun­des­staat Ama­zo­nas unter die Lupe genom­men. Da kommt der Regie­rung jede Ablen­kung von eige­nen Ver­säum­nis­sen recht.

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Um es noch­mal deut­lich zu sagen: Für uns vom WWF sind Demo­kra­tie, Men­schen­rech­te und Mei­nungs­frei­heit nicht ver­han­del­bar. Wir alle ste­hen soli­da­risch zu Sônia Gua­ja­ja­ra, einer unver­zicht­ba­ren Füh­rungs­per­sön­lich­keit der gesam­ten Indigenen-Bewegung.

Plakat Indigene mit Sonia
Der Kampf der Indi­ge­nen für ihre Rech­te und ihre Hei­mat geht wei­ter © APIB

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