Berlin ist eine grüne Stadt, möchte man meinen. 56 Prozent bestehen aus „Siedlungs- und Verkehrsfläche“, der Rest von satten 44 Prozent aus Wasser, Wald, Landwirtschaft und öffentlichen Grünflächen.

Grün gegen Tristesse

Tristesse und städtische Wüsten gibt es aber reichlich. Guerilla, Gärtner, bitte übernehmen. Mit einer Blumenbombe brechen in den Städten ja schon seit Jahren Grünaktivisten Stein- und Dreckwüsten auf und sorgen für mehr grün und bunt und Artenvielfalt vor der Haustüre.
Schon schimpfen manche. Das sei oft nicht legal, ganz streng gesehen Sachbeschädigung. Oder dass Garten-Guerilleros ökologisch ahnungslos, wenn nicht gar fahrlässig handeln würden – als ob sich örtliche Bienen massiv an ein paar mehr Sonnenblumen am Asphalt stören würden.
Natürlich ist es großartig den Balkon zu blühenden Landschaften für Bienen zu machen – dafür muss man aber natürlich erst mal einen haben.

Damit`s mit der Blumenbombe klappt:

  1. Streue nur Samen, die im Ökosystem Sinn machen. Also Klatschmohn, Wilden Majoran oder Spitzwegerich statt fleischfressenden Pflanzen oder Kokospalmen. Wachsen im Zweifel eh nicht.
  2. Nur Samen sähen, die am gewählten Ort lebensfähig sind. Es kann gar nicht schaden, ein bisschen was über Boden, Blumen und Bienchen zu lernen. Was wächst am Bahndamm, aber nicht auf Sand? Eben.
  3. Und auch nichts Giftiges, bitte. Den Witzbolden, die in Tübingen Cannabis sativa aussäten, stieg sogar die Kriminalpolizei hinterher!
  4. Rezepte für Samenmischungen finden sich reichlich im Netz. Manche Bioläden verkaufen auch „Samenbomben“.
  5. Es grünt nur, wenn es auch tut. Und auch rechtzeitig. Im Märzen der Bauer, ihr wisst schon.