Aben­teu­er Müll­sam­meln an der Elbe

Clean Up Walk heißt auch Abenteuer © Anne Zeiß

Auf die Fra­ge: „Was machst du in den Feri­en?“ lau­te­te unse­re Ant­wort die­sen Som­mer: „Ich gehe Müll­sam­meln!“ Wir, das sind elf enga­gier­te jun­ge Men­schen, die im August am vier­ten WWF Jugend Clean Up Walk teil­ge­nom­men haben. Gemein­sam sind wir eine Woche lang von Luther­stadt Wit­ten­berg bis nach Köthen gewan­dert und haben dabei allen Abfall ein­ge­sam­melt, den wir unter­wegs gefun­den haben.

Schnaps­fla­schen, Sil­ber­be­steck und ein Brief­kas­ten: 258,5 Kilo

So eine Müll­sam­mel­ak­ti­on fühlt sich immer auch ein biss­chen an wie eine Schatz­su­che. Neben unzäh­li­gen Ziga­ret­ten­stum­meln und ‑schach­teln, Plas­tik­ver­pa­ckun­gen und To-Go-Bechern haben wir auch eini­ge kurio­se Gegen­stän­de aus der Natur gebor­gen. An einem Tag fan­den wir einen gro­ßen Plas­tik­gar­ten­tisch im Stra­ßen­gra­ben, an einem ande­ren einen Tep­pich. Auf unse­rer ers­ten Etap­pe angel­ten wir aus einem Bach um die hun­dert Schnaps­fläsch­chen, ein Besteck­set und sogar einen Brief­kas­ten. Alles in allem haben wir wäh­rend des Clean Up Walks 258,5 Kilo Müll gesammelt.

Mehr als nur eine Müllsammelaktion

Clean Up Walk heißt auch roman­ti­sche Momen­te © Lena Chiari

Zum Clean Up Walk gehört aber noch so viel mehr als das Müll­sam­meln. Wir haben neue Freund­schaf­ten geschlos­sen, an den Aben­den gemein­sam gekocht und eige­ne Kar­ten­spie­le erfun­den, uns mit­ein­an­der über unse­re Erfol­ge gefreut und auch das ein oder ande­re Hin­der­nis zusam­men über­wun­den. So eine aben­teu­er­li­che Akti­on schweißt zusam­men. Gemein­sam konn­ten uns selbst Rei­fen­pan­nen, Mücken­schwär­me und plötz­lich enden­de Wald­we­ge nicht unterkriegen.

Orte mal ganz anders kennenlernen

Beim Müll­sam­meln kommt man deut­lich lang­sa­mer vor­an als beim nor­ma­len Wan­dern. Dadurch haben wir die Gegend zwi­schen Wit­ten­berg und Köthen beson­ders inten­siv ken­nen­ge­lernt. In unse­ren wei­ßen Warn­wes­ten und mit unse­rem Müll­wa­gen sind wir über­all auf­ge­fal­len und mit vie­len Men­schen ins Gespräch gekom­men. Auf die­se Wei­se konn­ten wir jede Men­ge Auf­merk­sam­keit für unser Anlie­gen erregen.

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Die posi­ti­ven Rück­mel­dun­gen haben uns jeden Tag moti­viert, wei­ter­zu­ma­chen. Wir sind unglaub­lich dank­bar für die vie­le Unter­stüt­zung, die wir unter­wegs erfah­ren haben. Ohne die Men­schen, die uns Turn­hal­len und Gemein­de­häu­ser zum Über­nach­ten zur Ver­fü­gung gestellt und den von uns gesam­mel­ten Müll ent­sorgt haben, wäre der Clean Up Walk nicht mög­lich gewe­sen! Einen ganz beson­de­ren Tag haben uns Tara und Hei­ko aus dem WWF-Büro in Des­sau beschert. Mit ihnen durf­ten wir einen Teil des WWF-Pro­jekt­ge­biets Mitt­le­re Elbe mit sei­ner wun­der­schö­nen Natur und Arten­viel­falt vom Kanu aus kennenlernen.

Gleich­zei­tig die Natur an der Elbe und in den Phil­ip­pi­nen schützen

Mit dem Clean Up Walk wol­len wir aber nicht nur die Ufer der Elbe ein wenig plas­tik­frei­er machen, son­dern auch ein Mee­res­schutz­ge­biet in den Phil­ip­pi­nen. Im Golf von Davao leben unter ande­rem ver­schie­de­ne Mee­res­schild­krö­ten­ar­ten, Wal­haie und See­kü­he. Lei­der lan­den dort aber auch vie­le Abfäl­le aus den Städ­ten an der Küs­te im Was­ser. Der WWF setzt sich dafür ein, dass dort weni­ger Müll ins Meer gelangt.

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Wir alle haben uns vor unse­rer Abrei­se Sponsor:innen gesucht, die für jedes gesam­mel­te Kilo Müll an das WWF-Pro­jekt im Golf von Davao spen­den. Auf unse­rer Action Pan­da Spen­den­sei­te kön­nen auch alle ande­ren das Pro­jekt bis zum 30. Sep­tem­ber mit einem belie­bi­gen Bei­trag unter­stüt­zen. Wir wür­den uns wirk­lich sehr freu­en. Dort fin­dest du auch unser Wandertagebuch.

Wun­der­ba­re Land­schaft im WWF Pro­jekt­ge­bie­ten an der Mitt­le­ren Elbe © Lena Liebetrau

Hast du auch selbst Lust etwas gegen die Ver­mül­lung zu tun?

5 Tipps für dei­ne eige­ne Müllsammelaktion

  1. Suche dir Mitstreiter:innen! An vie­len Orten gibt es bereits regel­mä­ßig statt­fin­den­de Cleanups und ehren­amt­li­che Müllsammelgruppen.
  2. Klä­re die Ent­sor­gung im Vor­aus! Kon­tak­tie­re loka­le Müll­ent­sor­ger oder die Gemein­de­ver­wal­tung, um abzu­klä­ren, wo du den gesam­mel­ten Müll abge­ben kannst.
  3. Den­ke an Hand­schu­he oder Müll­g­rei­fer, genü­gend Müll­sä­cke. Und eine Waa­ge, falls du den gefun­de­nen Müll wie­gen möchtest.
  4. Nimm Rück­sicht auf brü­ten­de Vögel und geschütz­te Tier- und Pflan­zen­ar­ten. Wich­ti­ge Hin­wei­se dazu fin­dest du hier. 
  5. Du bist zwi­schen 18 und 27 Jah­ren alt? Dann komm im Spät­som­mer 2022 mit zu unse­rem nächs­ten Clean Up Walk! Die Anmel­dung star­tet im Juni auf wwf-jugend.de. Komm mit!
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Ich habe mich schon in der Grundschule sehr für Naturschutz interessiert und bin deshalb Mitglied bei Young Panda geworden, wie WWF Junior damals noch hieß. Als 2009 die WWF Jugend gegründet wurde, bin ich sofort beigetreten und habe mich später mehr als acht Jahre lang ehrenamtlich im Aktionsteam und in der Redaktion engagiert. Besonders interessieren mich die Themen Plastik und Müll, da sie uns alle im alltäglichen Leben ganz unmittelbar betreffen. Ich habe den Clean Up Walk mit ins Leben gerufen und alle vier Clean Up Walks mitorganisiert. Mittlerweile arbeite ich als Ganztagskoordinatorin an einer Grund- und Hauptschule in Frankfurt und verfasse noch ab und zu Artikel für die WWF Jugend Community.
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